02. Februar 2022 / 17:17 Uhr

Klausel: Wenn Bordeaux absteigt, ist Guilavogui wieder Wolfsburger!

Klausel: Wenn Bordeaux absteigt, ist Guilavogui wieder Wolfsburger!

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ungewohnt in Rot: Josuha Guilavogui wechselte zunächst auf Leihbasis vom VfL Wolfsburg nach Bordeaux.
Ungewohnt in Rot: Josuha Guilavogui wechselte zunächst auf Leihbasis vom VfL Wolfsburg nach Bordeaux. © Roland Hermstein/Girondins
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Josuha Guilavogui hat sich Girondins Bordeaux angeschlossen. Sollten die Franzosen den Klassenerhalt nicht packen, würde der Mittelfeldmann zunächst wieder zum VfL Wolfsburg zurückkehren.

Eine Leihe mit Kaufoption, Transfervolumen zwei Millionen Euro - das sind die Rahmendaten des Wechsels von Josuha Guilavogui. Der Franzose verließ am vergangenen Wochenende den VfL Wolfsburg nach siebeneinhalb Jahren und schloss sich dem Ligue-1-Klub Girondins Bordeaux an. Die Wechsel-Details wurden von beiden Klubs nicht bestätigt. Nach SPORTBUZZER-Informationen enthält die Abmachung ein spannendes Detail: Aus der Leihe wird nur dann ein Kauf, wenn Bordeaux die Klasse hält!

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Heißt: Steigt Girondins ab, ist Guilavogui erst einmal wieder Wolfsburger! Genau wie der VfL liegt Bordeaux aktuell auf dem viertletzten Tabellenplatz, einen Punkt vor Relegationsrang 18 und drei Zähler vor dem direkten Abstiegsplatz 19. In der 20er-Liga sind bisher 22 Spieltage absolviert. Am kommenden Sonntag tritt das Team aus dem Département Gironde bei Stade Reims an, das als 14. auch noch Punkte für den Klassenerhalt braucht. "Wir haben viel Qualität, aber Bordeaux bekommt zu viele Gegentore. Deswegen bin ich hergekommen, um die Abwehr zu stabilisieren", sagt Guilavogui gegenüber dem SPORTBUZZER.

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Geht's für Bordeaux mit dem Klassenerhalt schief, gehört der ehemalige VfL-Kapitän zunächst einmal wieder zum Kader der Wolfsburger. Wie es dann mit ihm weiterginge, ist offen - von Rückkehr über erneuten Vereinswechsel bis hin zu Verhandlungen über einen Verbleib bei Girondins ist alles möglich. Wie die Vereine auch, will Guilavogui Vertragsklauseln nicht kommentieren, sagt nur: "Ich hätte damals nie gedacht, dass ich überhaupt mal in Deutschland spielen werde. Dann habe ich nicht gedacht, dass ich so lange in Wolfsburg bleibe. Im Fußball kann man nichts planen."

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Jetzt konzentriert sich der Mittelfeldmann erst mal auf seine neue Aufgabe in der Heimat. "Es war lange nicht so, dass ein Klub so über mich geredet hat. Sie hatten Sterne in den Augen, wenn sie über mich geredet haben", genießt Guilavogui die Wertschätzung in Bordeaux. Und diese Anerkennung bekommt der 31-Jährige schon länger, "vor zwei Monaten hatten wir zum ersten Mal Kontakt, aber da habe ich Nein gesagt, weil ich zu dem Zeitpunkt beim VfL gespielt habe". Jetzt hat der Wechsel geklappt - auch dank VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. "Ich möchte Marcel ein großes Kompliment machen, er hat sein Wort gehalten. Er wollte mich vor einem Jahr und im Sommer wirklich nicht gehen lassen. Aber er hat gesagt: Wenn jetzt ein Angebot kommt, das du wirklich annehmen willst, werde ich alles dafür tun, dass es klappt."

184 Bundesliga-Partien hat der siebenmalige französische Nationalspieler für Wolfsburg bestritten, nachdem er 2014 von Atletico Madrid zum VfL gekommen war. Guilavogui gewann mit den Niedersachsen 2015 den DFB-Pokal, 2018 wurde er Kapitän der Mannschaft. Als der Klub im vergangenen Jahr in die Champions League einzog, war er zwar noch dabei, hatte aber seinen Stammplatz verloren - und bekam ihn auch unter den Glasner-Nachfolgern Mark van Bommel und Florian Kohfeldt nicht zurück. Galatasaray Istanbul und der FC Ittihad (Saudi-Arabien) waren die Klubs, die neben Girondins Interesse hatten. "Ich hatte das Gefühl, dass meine Zeit gekommen ist. Die neue Herausforderung passt zu mir, Bordeaux ist eigentlich ein großer Verein in Frankreich", sagt Guilavogui.

Seinen Schrank im VfL-Center habe Guilavogui schon ausgeräumt, "ich habe alles mitgenommen. Das hat mir wehgetan", betont der Mittelfeldmann. Von der Mannschaft habe er sich auch verabschiedet - besonders schwer fiel es bei Maxence Lacroix. "Er hat geweint, dann habe ich auch geweint. Das hat mir sehr wehgetan. Ich habe ihn als jungen Spieler kennengelernt. Er ist oft zu mir nach Hause gekommen." Von den VfL-Mitarbeitern konnte sich Guilavogui am Wochenende noch nicht verabschieden, da zu diesem Zeitpunkt im Center niemand arbeitet. Aber das holt er nach. "Wenn es zeitlich möglich ist und der VfL in der Tabelle wieder weiter oben steht, werde ich zurückkommen und Rotwein aus Bordeaux mitbringen." Und möglicherweise ist es ja auch nur ein Abschied auf Zeit...

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