15. Mai 2020 / 16:25 Uhr

Kleine Ziele entwickeln, wo große fehlen: So bringt Buonocore Lupo auch den Spaß zurück

Kleine Ziele entwickeln, wo große fehlen: So bringt Buonocore Lupo auch den Spaß zurück

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zurück im Lupo-Stadion: Coach Giampiero Buonocore ist mit seinem Team wieder ins Training eingestiegen.
Zurück im Lupo-Stadion: Coach Giampiero Buonocore ist mit seinem Team wieder ins Training eingestiegen. © Photowerk
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Zurück auf dem Platz, doch in Gedanken war er nie weg. Giampiero Buonocore hat in Fußball-Zwangspause an angepassten Trainingskonzepten für Oberligist Lupo/Martini Wolfsburg gearbeitet. Jetzt gab es das Wiedersehen. Mit Spaß, aber auch dem Wissen, dass es bis zur Normalität noch ein weiter Weg ist.

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Wieder zurück

Oberligist Lupo/Martini Wolfsburg ist zurück auf dem Trainingsplatz. Am Mittwoch gab's die erste Einheit seit der Corona-Pause, am heutigen Freitag trifft sich das Team erneut im Lupo-Stadio. Eine wochenlange Pause ist für die Spieler damit vorbei. Für Trainer Giampiero Buonocore hat es sie letztlich nie gegeben, er hatte sich direkt auf einen möglichen Re-Start eingerichtet. "Ich habe in den vergangenen zwei Monaten Zeit gehabt, um Einheiten zu planen. Da muss man unter den gegebenen Umständen viel Neues erfinden, neue Ideen entwickeln", so der Lupo-Coach.

Spaßfaktor!

Ideen entwickeln, neue Reize setzen. "Es ist ja so: Du benötigst als Sportler ein Ziel. Das Spiel am nächsten Sonntag oder einen Saisonstart. Beides gibt es zurzeit nicht. Also musst du andere Ziele setzen. Mit Wettbewerben, kleinen Spielchen", sagt Buonocore. Passgenauigkeit, Kicken auf Minitore, Parcours, Kleingruppen im Duell - alles natürlich mit Abstand und unter Einhaltung der Corona-Vorgaben. Aber mit großem Spaßfaktor. So kam auch das Lächeln auf den Fußballplatz zurück. Und zwar in zwei Zehner-Gruppen. Mit einem Zeitpuffer von 15 Minuten wechselten sich die Teamteile ab. Nur Student Max Herter und Luca Nazaré-Vaz (Fußprobleme) fehlten beim Auftakt.

"Alle haben Bock"

"Klar, dass die Jungs ein bisschen eingerostet waren", schmunzelt Buonocore, der weiß: "Eine kurze Zeit kannst du überbrücken, eine lange ist schwer." Aber er spürte direkt: "Alle hatten Bock!"

Doch wie "normal" fühlte sich für den Lupo-Coach die Rückkehr auf den Rasen an? "Alles ist ein bisschen seltsam. Ein Händedruck, das Schulterklopfen. Fußball ist familiär - solche Selbstverständlichkeiten fehlen. Es wird dauern, bis wir zur Normalität zurückkehren."

Deshalb hat Buonocore zunächst vor allem den Spaß bei den Einheiten im Blick. Aber ein Muster ohne Wert ist das Training darum noch lange nicht. Individuelles Training hilft, das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt. Und: Die von Langzeitverletzungen genesenen Spieler starten nicht alleine quasi bei Null. "Das geht ja allen so. Das ist dann auch für Dennis Jungk und Sean Redemann, die zurückgekehrt sind, hilfreich."

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Hilfreich wäre für den Gesamtverein auch Planungssicherheit. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in dieser Saison nochmal spielen", sagt Buonocore zwar, aber erst am 27. Juni, so ist es angedacht, wird der Verbandstag entscheiden, wie es weitergeht. Solange ist eine Fortsetzung der Saison nicht komplett vom Tisch - und die Probleme bleiben. Nur eins davon: Rico Schlimpert hört zum 30. Juni mit dem Fußball auf. Im Gegenzug darf aufgrund von Wechselfristen aber kein Spieler verpflichtet werden.

"Langfristig etwas aufbauen"

So stocken die Zukunftsplanungen weiter. Nach unruhigeren Zeiten ist Buonocare dabei, seit seiner Rückkehr im Januar auf Lupos Trainerbank bei den Italienern "langfristig etwas aufbauen. Dafür müssen wir so schnell wie möglich wissen, wie's weitergeht".