23. Januar 2022 / 13:30 Uhr

Kleiner Kader, große Moral: Doberaner SV feiert dritten Sieg in Folge

Kleiner Kader, große Moral: Doberaner SV feiert dritten Sieg in Folge

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Freudentanz: Die Doberaner Handballer jubeln nach dem Sieg gegen Narva Berlin.
Freudentanz: Die Doberaner Handballer jubeln nach dem Sieg gegen Narva Berlin. © Stefan Ehlers
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Der Aufwärtstrend der Handballer des Bad Doberaner SV 90 hält an. Das Team von Trainer Matthias Schmidt bezwang am Sonnabend Tabellenschlusslicht Narva Berlin mit 27:24 und verbuchte damit den dritten Sieg in Folge. Auch die Frauen der TSG Wismar hatten Grund zum Jubeln. 

Die mecklenburgischen Handball-Teams haben in der Oberliga Ostsee-Spree ihre Pflichtaufgaben erfolgreich gelöst.

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Bad Doberaner SV 90 – SG Narva Berlin 27:24: In der letzten Minute nahm sich Sebastian Voigt ein Herz. Nach einem dynamischen Antritt stieg der Rückraumspieler des DSV hoch und zog ab. Der Ball sprang vom linken an den rechten Innenpfosten, ehe er zum 27:24 im Netz zappelte. In diesem Moment löste sich die Anspannung. Abteilungsleiter Torsten Römer atmete tief durch. „Der Sieg ist wichtig“, sagte er. Auch Rechtsaußen Tim Lehwald verspürte in diesem Moment „eine große Erleichterung“.

Mit dem dritten Sieg in Folge schoben sich die Münsterstädter auf Rang vier und sind bereit für das Derby am kommenden Sonnabend bei der SG Uni Greifswald/Loitz.

Es war ein hartes Stück Arbeit für den DSV, der erneut auf mehrere Leistungsträger verzichten musste. Die Gastgeber, die ihr Heimspiel auf Grund der Corona-Verordnungen nach Neukloster (Nordwestmecklenburg) verlegt hatten, ließen im Angriff zu viele Chancen liegen. Der DSV versäumte es, sich nach der 9:6-Führung (18.) abzusetzen. Mit einem 4:0-Lauf zum 10:9 wendete der Tabellenletzte das Blatt und blieb fortan auf Augenhöhe.

Beim 20:22 (49.) hatte Narva alle Trümpfe in der Hand. Doch wie schon eine Woche zuvor gegen den VfV Spandau (34:31) bewies der kleine Doberaner Kader eine große Moral. „In der entscheidenden Phase haben wir hinten richtig zugepackt und über den Kampf den Sieg geholt“, resümierte Tim Lehwald. Der Linkshänder kam nach 40 Minuten ins Spiel und hatte mit fünf Treffern maßgeblichen Anteil am Erfolg.

DSV: Prothmann, F. Voigt – S. Voigt 5, Spitzner 6, Stöwsand, Seidel 3, Koszinski, Paul 3, Finkenstein 2, Wende, Lehwald 5, Rasch 3.


Siebenmeter: DSV 1/0, Narva 2/2.

Strafminuten: je 6.

TSG Wismar – MTV 1860 Altlandsberg 28:25: Die Freude über den wichtigen Erfolg im Kellerduell wurde durch die schwere Handverletzung von Jasmin Oldenburg getrübt. Die TSG-Spielerin stürzte in der Schlussphase der ersten Halbzeit nach einem Zweikampf unglücklich auf die Hand, musste minutenlang behandelt und mit einem Krankenwagen in die Klinik gebracht werden.

Sie steht ihrem Team in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung: Jasmin Oldenburg, hier in einer früheren Partie.
Sie steht ihrem Team in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung: Jasmin Oldenburg, hier in einer früheren Partie. © Dirk Maronn/Archiv

Nach ausgeglichener erster Halbzeit (14:14) konnten sich die Hansestädterinnen nach dem Wechsel mit vier Treffern in Folge zum 19:15 (34.) absetzen. Die Gäste verkürzten den Rückstand mehrfach, doch mit einem 3:0-Lauf zum 25:21 (51.) zog die TSG wieder davon. In der Schlussphase machten Julia Marten und Jennifer Martin mit ihren Treffern den Sieg im Kellerduell perfekt.

„Wir haben die zwei Punkte eingesackt. Das war das Ziel“, meinte Trainerin Christin Wolter nach dem dritten Saisonsieg, mit dem die TSG den Verfolger auf Distanz halten konnte.

Ihr Team habe über den Willen und Kampf ins Spiel gefunden, erklärte Wolter. Bitter: Beim MTV mussten zwei Spielerinnen mit Knieverletzungen vom Feld. „Von daher war es ein Spiel mit vielen Emotionen“, meinte die TSG-Trainerin.

TSG: Knoop, Drews – Marten 3, Ehlers 1, Martin 6, Oldenburg 1, Rambow 4, Dürl 1, Pinkohs 7/3, Rehberg 3, Plüm 1, Deffge 1.

Siebenmeter: TSG 3/3, Altlandsberg 7/6.

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Strafminuten: TSG 8, Altlandsberg 6.