23. August 2021 / 16:45 Uhr

Kleiner Sieg für Wolfsburg: Wechselfehler wird beim DFB neu verhandelt!

Kleiner Sieg für Wolfsburg: Wechselfehler wird beim DFB neu verhandelt!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Die Berufung des VfL Wolfsburg gegen das DFB-Urteil wird am Donnerstag mündlich verhandelt.
Die Berufung des VfL Wolfsburg gegen das DFB-Urteil wird am Donnerstag mündlich verhandelt. © IMAGO/Eibner (Montage)
Anzeige

Die Berufung des VfL Wolfsburg gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts zum Wechselfehler von Münster führte zu einem ersten kleinen Erfolg. Das DFB-Bundesgericht hat das Urteil nicht bestätigt, sondern eine neue Verhandlung angesetzt - am Donnerstag in Frankfurt. Ex-Bundesliga-Schiri Manual Gräfe hat derweil das erste Urteil kritisiert.

Der DFB hat eine weitere Entscheidung in Sachen Wechselfehler des VfL Wolfsburg gefällt: Am Donnerstag findet eine Berufungsverhandlung vor dem Bundesgericht in Frankfurt statt! Dort geht es dann darum, ab das Urteil aus erster Instanz Bestand hat: Das DFB-Sportgericht hatte in der vergangenen Woche das Erstrundenspiel der Wolfsburger bei Preußen Münster mit 2:0 für den Viertligisten gewertet, weil VfL-Trainer Mark van Bommel sechs statt der erlaubten fünf Wechsel vorgenommen hatte. Der VfL hat anschließend Berufung eingereicht und strebt statt der Spielwertung ein Wiederholungsspiel an.

Anzeige

Das Bundesgericht hat nun entschieden, nicht nach Aktenlage zu urteilen, sondern eine neue mündliche Verhandlung anzusetzen. Geleitet wird die Verhandlung am Donnerstag um13.30 in der DFB-Zentrale vom Vorsitzenden des DFB-Bundesgerichtes, Achim Späth. Die Zeit drängt, denn bis zur Auslosung der zweiten Runde am kommenden Sonntag (live in der ARD) müsste eigentlich feststehen, ob Münster oder Wolfsburg im Topf liegen. Einem Gegner den Sieger aus Wolfsburg/Münster zuzulosen, ist nicht möglich - denn der Bundesliga-Klub und der Regionalligist müssten aus verschiedenen Töpfen gezogen werden.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Heißt: Entscheidet sich das DFB-Bundesgericht am Donnerstag für die Ansetzung eines Wiederholungsspiels, müsste die Auslosung erneut verschoben werden. Eine erste Verschiebung war bereits nötig, weil die Erstrunden-Partie zwischen dem Bremer SV und Bayern München erst an diesem Mittwoch gespielt wird, am ursprünglichen Termin konnte der Bremer Amateur-Klub wegen mehrerer Corona-Fälle im Kader nicht antreten.

Anzeige

Unterdessen wird in Sachen VfL-Wechselfehler die Kritik am ersten Urteil des DFB immer lauter. Ex-Bundesliga-Schiri Manuel Gräfe sagte im Sport1-Doppelpass: „Ich sehe es komplett anders, als es das DFB-Sportgericht entschieden hat. Bei Ein- und Auswechslungen ist es explizit so, dass der Spieler nur mit Zustimmung des Schiedsrichters das Spielfeld betreten darf. Und wenn er es sogar irregulärer Weise macht, muss man ihn sogar verwarnen. Das heißt, es ist ein klarer Regelverstoß.“ Und "Regelverstöße, die gravierende Auswirkungen auf das Spiel haben, führen zu einer Wiederholung."

Das hatte das DFB-Sportgericht in erster Instanz anders gesehen. Mit dem sechsten Wechsel hätten die Wolfsburger in Münster (Admir Mehmedi kam für Maximilian Philipp) gegen eine "ihrer Grundpflichten" verstoßen, "sich über die Auswechselmöglichkeiten zu informieren und entsprechend zu handeln", so der zuständige Richter Stephan Oberholz in seiner Urteilsbegründung. Die Wolfsburger könnten daher auch kein "entlastendes Verschulden des Schiedsrichterteams" anführen. Angeblich hatte sich die Wolfsburger Bank während des Spiels mehrfach beim vierten Offiziellen erkundigt, ob die geplanten Wechsel erlaubt seien – und offenbar das "Go!" dafür bekommen. Das aber, so Oberholz, sei egal: "Selbst wenn man eine solche falsche Information unterstellt, ist der zentrale Ausgangsfehler dem Verein anzulasten, so dass eine etwaige Mitverantwortlichkeit der Schiedsrichter vollständig zurücktritt."