12. Februar 2020 / 18:57 Uhr

Klinsmann gibt Geschäftsführer Preetz Mitschuld an Hertha-Rücktritt: "Hat mir unglaublich aufgestoßen"

Klinsmann gibt Geschäftsführer Preetz Mitschuld an Hertha-Rücktritt: "Hat mir unglaublich aufgestoßen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jürgen Klinsmann (l.) störte sich an der Zusammenarbeit mit Michael Preetz (r.) bei der Hertha. 
Jürgen Klinsmann (l.) störte sich an der Zusammenarbeit mit Michael Preetz (r.) bei der Hertha.  © imago images/Pakusch/ Mausolf/Montage
Anzeige

In einem Live-Video auf Facebook hat sich Jürgen Klinsmann erneut zu seinem Hertha-Rücktritt geäußert. Dabei erneuerte er sein Bekenntnis, dass Trainer umfängliche Kompetenzen haben sollten. An der Rolle von Michael Preetz habe er sich schwer gestört.

Anzeige
Anzeige

Jürgen Klinsmann hat sich erneut zu seinem Rücktritt bei Hertha BSC geäußert: "Es ging einfach um klare Kompetenzaufteilung. Und diese Kompetenzaufteilung haben wir nicht hinbekommen", sagte der 55-Jährige in einem Live-Video bei Facebook am Mittwochabend. "Und das betrifft in erster Linie mich und Michael Preetz". Klinsmann wiederholte, dass er das englische Modell gewohnt sei, "wo ein Manager eigentlich nur einen Vorgesetzten hat und das ist der Chef des Klubs. Und die zwei sprechen sich ab und dann wird umgesetzt."

Und Klinsmann machte noch deutlicher, dass er sich an der Rolle von Geschäftsführer Preetz gestört habe: "Das hat mir unglaublich aufgestoßen, diese Art der Arbeit. Dass ein Manager noch da sitzt und seine Kommentare gibt zu den Spielern, zum Schiedsrichter. Und auch viele andere Dinge."

Mehr vom SPORTBUZZER

Wegen Kompetenz-Frage: Klinsmann war ohne Vertrag Hertha-Trainer

Klinsmann verriet zudem, dass er wegen der Streitigkeiten um die Kompetenzverteilung sogar die komplette Zeit als Trainer über ohne Vertrag gearbeitet habe. Er hätte sich zwar eigentlich einen längerfristigen Verbleib als Coach bei der Hertha vorstellen können, doch dies sei an der Frage nach der Kompetenz-Aufteilung gescheitert. "Ich bin bis heute im Prinzip im vertragslosen Zustand. Wir haben es über die Wochen nicht geschafft, einen Vertrag zu entwickeln, wo eine klare Aufgabenteilung drin ist."

Klinsmann entschuldigt sich: "Art und Weise ist natürlich fragwürdig"

Dennoch zeigte sich Klinsmann auch selbstkritisch: Er wolle sich für den plötzlichen Abgang beim Berliner Bundesligisten nach nur elf Wochen im Amt entschuldigen, sagte der Ex-Bundestrainer. "Die Art und Weise ist natürlich fragwürdig und kritikfähig."  Zudem hätte er sich "mehr Zeit lassen sollen, mehr reden sollen mit der Hertha-Führung", wie er hinzufügte. Die Entscheidung sei aber bereits seit Wochen in ihm gereift. Den Facebook-Live-Chat kündigte Klinsmann schon am Mittwochmittag an. "Dass es eine Menge Unklarheit und Unmut gibt, verstehe ich voll und ganz. Dem möchte ich mich stellen", hatte er den Schritt erklärt.

Klinsmann hatte am Dienstag in einem Statement – ebenfalls auf Facebook – seinen Rücktritt als Hertha-Trainer bekanntgegeben. Darin deutete er an, dass er nicht den nötigen Rückhalt der Vereinsführung gespürt habe. Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz erklärte daraufhin, der Verein sei "von dieser Entwicklung am Morgen überrascht worden". Am Abend erklärte Klinsmann schon gegenüber der Bild, dass er mehr Einfluss auf die Mannschaftsgestaltung haben wollte – "nach dem englischen Modell", wie er sagte. Dies habe ihm der Verein aber nicht einräumen wollen.

Internationale Pressestimmen zum Rücktritt: "Dreister" Klinsmann löst "Hertha-Erdbeben" aus.

Völlig überraschend ist Jürgen Klinsmann als Trainer von Hertha BSC zurückgetreten. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt, wie die internationale Presse auf die Nachricht reagiert! Zur Galerie
Völlig überraschend ist Jürgen Klinsmann als Trainer von Hertha BSC zurückgetreten. Der SPORTBUZZER zeigt, wie die internationale Presse auf die Nachricht reagiert! ©

Zukunft im Aufsichtsrat? Klinsmann: Überlasse ich Hertha

Seine Zukunft im Aufsichtsrat des Vereins, dem er auch angehört, ließ Klinsmann offen. "Das ist allen überlassen bei der Hertha, da habe ich gar kein Problem damit. Da sollen die Leute sagen, wie sie es wünschen." Das könnte schon am Donnerstag passieren, wenn sich der Verein zum Rücktritt äußern wird: Für 11:30 Uhr ist eine Pressekonferenz mit Präsident Werner Gegenbauer, Investor Lars Windhorst und Geschäftsführer Preetz anberaumt.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus Brandenburg
Sport aus aller Welt