26. Februar 2020 / 23:48 Uhr

Berater von Rangnick bestätigt Klinsmann-Anruf wegen Hertha-Job – Absage nicht wegen Preetz

Berater von Rangnick bestätigt Klinsmann-Anruf wegen Hertha-Job – Absage nicht wegen Preetz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jürgen Klinsmann (l.) wollte Ralf Rangnick als Trainer zu Hertha BSC holen. Der Plan schlug fehl.
Jürgen Klinsmann (l.) wollte Ralf Rangnick als Trainer zu Hertha BSC holen. Der Plan schlug fehl. © Getty
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Jürgen Klinsmann hat offenbar tatsächlich versucht, den früheren Leipzig-Trainer Ralf Rangnick von einem Wechsel zu Hertha BSC zu überzeugen. Rangnick-Berater Marc Kosicke bestätigte ein entsprechendes Telefonat, dementierte aber auch ein wichtiges Detail.

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Jürgen Klinsmann sorgt auch zwei Wochen nach seinem vieldiskutierten Rücktritt weiter für Chaos bei Hertha BSC. Nachdem am Mittwoch brisante Protokolle des 55-Jährigen öffentlich wurden, die Klinsmann offenbar in der Spätphase seiner kurzen Ära bei den Berlinern verfassen ließ, und die den ganzen Verein inklusive Geschäftsführer Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer sowie zahlreiche Spieler mit teils vernichtender Kritik überzogen, behält sich der Bundesligist auch rechtliche Schritte gegen den Weltmeister vor.

Klinsmann hatte laut den Tagebüchern, die von einem Dritten verfasst wurden, aber die Ansichten des Trainers über seinen früheren Klub dokumentieren sollen, zu Beginn seiner Tätigkeit bei der Hertha Kontakt zu Ralf Rangnick aufgenommen, um den früheren Leipzig-Trainer zu einem Wechsel ins Olympiastadion zu bewegen. Zu dieser Zeit war Klinsmann noch nicht selbst Chefcoach, sondern einfacher Aufsichtsrat. Ein entsprechendes Gespräch wurde nun von Rangnicks Berater Marc Kosicke gegenüber Bild bestätigt.

Mehr zum Klinsmann-Tagebuch

"Ja, Jürgen Klinsmann hat (...) bei Ralf Rangnick angerufen und angefragt, ob er sich vorstellen könne, Trainer bei Hertha zu werden", sagte Kosicke, der auch Liverpool-Trainer Jürgen Klopp berät. Rangnick habe allerdings "in diesem Gespräch dann auf seinen laufenden Vertrag bei RB Leipzig verwiesen und klargemacht, dass solche Überlegungen daher ausgeschlossen sind."

Eine entscheidende Behauptung der Klinsmann-Protokolle allerdings dementierte Kosicke deutlich. Klinsmann hatte behauptet, dass Rangnick ein Traineramt bei Hertha abgelehnt habe, solange Preetz in verantwortlicher Position für den Klub tätig sei. Das weist der Berater zurück: "In keiner Weise hat Ralf davon gesprochen, dass er ein Engagement ausschließt, weil Michael Preetz dort Geschäftsführer Sport ist und damit sein Vorgesetzter wäre."

Vom Hoffnungsträger zum Unruhestifter: Die Chaos-Chronologie von Klinsmann bei Hertha BSC

Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! Zur Galerie
Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der SPORTBUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! ©
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Preetz: Klinsmann-Vorwürfe sind "perfide und ungehörig"

Preetz hatte am Mittwoch in einer Pressekonferenz offen über rechtliche Schritte im Fall Klinsmann gesprochen. Der 52-Jährige wies die Angriffe von Klinsmann "aufs Schärfste" zurück: "Sie sind perfide und ungehörig", sagte der Berliner Verantwortliche.

Das Papier soll für Klinsmann und einen Partner verfasst worden sein. In dem Protokoll steht unter anderem über die Hertha: "Der Klub hat keine Leistungskultur, nur Besitzstandsdenken und es fehlt jegliches Charisma in der Geschäftsleitung." Die Rede ist zudem von einer "Lügenkultur" und "jahrelangen katastrophalen Versäumnissen" von Manager Preetz.

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