06. Juli 2019 / 14:19 Uhr

Klopp-Berater Kosicke fordert mehr Respekt vor Trainern: "Entwicklung ist dramatisch"

Klopp-Berater Kosicke fordert mehr Respekt vor Trainern: "Entwicklung ist dramatisch"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marc Kosicke (links) unterstützt die Kritik des ehemaligen Gladbach-Coachs Dieter Hecking und von Ex-Wolfsburg-Coach Bruno Labbadia am Umgang mit Trainern.
Marc Kosicke (links) unterstützt die Kritik des ehemaligen Gladbach-Coachs Dieter Hecking und von Ex-Wolfsburg-Coach Bruno Labbadia am Umgang mit Trainern. © 2019 Getty Images
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Der Umgang mit Trainern wurde in der vergangenen Saison von verschiedenen Stellen kritisiert - vor allem in der Bundesliga. Nun richtet sich Trainerberater Mark Kosicke mit einer Warnung an die Klubs.

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Trainerberater Marc Kosicke hat den Umgang mit den Fußballlehrern in der Bundesliga kritisiert und mehr Respekt gefordert. „Ich finde die Entwicklung, Führungspersönlichkeiten so schnell auszutauschen, dramatisch. Es ist schon bemerkenswert, wie wenig der Trainer mittlerweile noch zählt“, sagte Kosicke am Samstag im Interview mit der Welt. Der Manager berät unter anderem Jürgen Klopp (FC Liverpool), Julian Nagelsmann (RB Leipzig), David Wagner (FC Schalke 04), Florian Kohfeldt (Werder Bremen) und Sandro Schwarz (FSV Mainz 05).

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Vor allem im Vergleich zu anderen Top-Ligen sieht er die Bundesliga kritisch. „Alle sagen, der Trainer ist der wichtigste Mann im Klub. Aber so wird er momentan nicht behandelt. Wenn es in Deutschland sportlich nicht läuft, bist du als Trainer gleich der Buhmann. In England oder Italien verliert man aber nie den Respekt vor dir“, betonte Kosicke.

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Dietrich Weise (Eintracht Frankfurt, 1973/74): 9 Pflichtspiele ungeschlagen. ©
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Kosicke: "Das stimmt sie nachdenklich"

Auch die Trainer würde diese Entwicklung beschäftigen. „Das stimmt sie nachdenklich. Ich würde aktuell keinem Trainer raten, der von Verein A zu Verein B geht, seine Familie mit schulpflichtigen Kindern mitzunehmen“, sagte der Berater. Dabei würden Trainer bei ihrer Arbeit stets darauf achten, Klubs ganzheitlich zu entwickeln. Daher warnt Kosicke: „Man muss befürchten, dass ein Trainer irgendwann sagt: Was interessiert mich der ganze Rest? Hauptsache, ich habe am Wochenende ein Tor mehr als der Gegner. Denn nur danach werde ich bewertet.“

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Kritik von Labbadia und Hecking

In der vergangenen Saison hat gleich mehrfach Fußballlehrer aus der Bundesliga den Umgang mit ihrem Beruf kritisiert. Der ehemalige Wolfsburg-Coach Bruno Labbadia beispielsweise meinte, dass Trainer „für zu viele Dinge Rechnung tragen, für die man gar nicht verantwortlich sein kann“. Ähnliche Töne kamen wenige Wochen später vom ehemaligen Gladbach- und heutigen HSV-Coach Dieter Hecking. „Bei Misserfolg wissen wir, was uns blüht. Aber wir dachten im Erfolgsfall geht es uns gut. Das scheint sich zu drehen, und das tut den Trainern überhaupt nicht gut“, sagte er, nachdem unter anderem der Kölner Trainer Markus Anfang trotz der Zweitliga-Tabellenführung entlassen worden war.

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