04. Mai 2021 / 17:51 Uhr

Klub hilft beim Tanken und Einkaufen: So läuft die verschärfte Quarantäne für die Wolfsburg-Profis

Klub hilft beim Tanken und Einkaufen: So läuft die verschärfte Quarantäne für die Wolfsburg-Profis

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Spricht über die verschärfte Quarantäne der VfL-Profis: Marcel Schäfer, der Sportdirektor der Wolfsburger.
Spricht über die verschärfte Quarantäne der VfL-Profis: Marcel Schäfer, der Sportdirektor der Wolfsburger. © Boris Baschin
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Die Profis des VfL Wolfsburg befinden sich seit Montag in häuslicher Quarantäne. Sportdirektor Marcel Schäfer erklärt, wie genau das beim Fußball-Bundesligisten läuft - und welche Aufgaben die Profis derzeit nicht selbst machen müssen.

Besondere Zeiten, besondere Maßnahmen! Um den Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga drei Spieltage vor Schluss in Zeiten der Corona-Pandemie aufrechterhalten und die Saison wie geplant zu Ende bringen zu können, befinden sich die Profis des VfL Wolfsburg in einer verschärften Form der Quarantäne. Sie sollen fortan nur noch am Arbeitsplatz oder Zuhause sein. Sportdirektor Marcel Schäfer erklärt, wie der Fußball-Bundesligist seine Spieler unterstützt, wenn Hilfe gebraucht wird.

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In diesen Tagen sollen sich Mittelfeldmann Maximilian Arnold und Co. ausschließlich im häuslichen Umfeld, auf dem Trainingsgelände oder im Stadion aufhalten. Heißt unter anderem: Der Klub könnte für Spieler, die alleine in Wolfsburg leben, etwa den Einkauf erledigen oder das Auto tanken, damit die Profis in den letzten Wochen der Saison ihre Kontakte noch weiter reduzieren können. Schäfer: "Wir unterstützen die Jungs. Da, wo wir ihnen etwas abnehmen können, werden wir es tun. Wir wollen es ihnen so einfach wie möglich gestalten. Wir werden die Vorgaben bestmöglich umsetzen."

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Diese Maßnahmen der DFL sind auch eine Reaktion auf die jüngsten Corona-Fälle bei Hertha BSC. Die Berliner hatten im Team in häusliche Quarantäne gemusst, am Montag hatte die Hertha mit dem Spiel in Mainz (1:1) die erste von insgesamt drei Nachhol-Partien bestritten. Insgesamt stehen für den vom Abstieg bedrohten Hauptstadtklub sechs Spiele innerhalb von 20 Tagen auf dem Programm.

Der VfL dagegen klopft als Tabellendritter ans Tor zur Champions League. Am Montag hatte für die VfL-Profis die Vorbereitung auf den Endspurt und die verschärfte Quarantäne begonnen. "Wir haben alle, die zu diesem Kreis gehören, zusammengeholt und haben den Spielern erklärt, was das genau bedeutet", schildert der Sportdirektor, der wie die Physios oder die Zeugwarte des Teams mit zu einem "engen Kreis" an Mitarbeitern des Klubs gehört, die sich an diese strengeren Vorgaben halten müssen.

Die häusliche Quarantäne greift jetzt bis nächsten Mittwoch - dann gibt's den nächsten Quarantäne-Schritt. Ab dem 12. Mai, also vier Tage nach dem VfL-Heimspiel gegen Union Berlin und vor dem Duell mit RB Leipzig (16. Mai) und dem Saisonfinale gegen Mainz (22. Mai) - geht's für alle Klubs in ein Quarantäne-Trainingslager. Die Wolfsburger werden Quartier im Hotel Ritz-Carlton beziehen, nur wenige Gehminuten von den Trainingsplätzen an der VW-Arena entfernt. Das Quarantäne-Trainingslager kennen die VfLer bereits aus der vergangenen Saison, als alle Teams das vor dem Re-Start der Liga hatten machen müssen. Schäfer: "Dadurch sind im Großen und Ganzen die Abläufe für uns klar - durch die Nähe des Ritz-Carlton zu unserem Trainingsgelände ist das alles super für uns." Wie damals werden die Spieler den Weg auch diesmal mit dem Fahrrad zurücklegen.

Der VfL war in dieser Saison überdurchschnittlich häufig von Corona-Fällen betroffen und hat bereits seit einigen Wochen seine Testungen intensiviert, dazu im Stadion sogar ein eigenes Labor für PCR-Tests aufgebaut. "Für uns", so Manager Jörg Schmadtke vor zwei Wochen, "hätte das gereicht, denn wir denken, dass wir bereits die sicherste Lösung haben". Die nun getroffene Vereinbarung sei aber "ein guter Kompromiss für die gesamte Liga".