06. November 2021 / 20:08 Uhr

"Klub ist im Dialog": Nagelsmann reagiert auf Plakat-Protest gegen Bayern-Bosse

"Klub ist im Dialog": Nagelsmann reagiert auf Plakat-Protest gegen Bayern-Bosse

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Bayern-Trainer Julian Nagelsmann kommentierte das Plakat der Münchener Fans.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann kommentierte das Plakat der Münchener Fans. © IMAGO/kolbert-press/Nordphoto (Montage)
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Mit einem Plakat haben die Fans des FC Bayern München Vorstandschef Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer im Spiel gegen den SC Freiburg scharf attackiert. Nach der Partie reagierte Trainer Julian Nagelsmann auf die Kritik.

"Für Geld waschen wir alles rein": Dieser Satz war auf einem riesigen Plakat zu lesen, das am Samstag wenige Minuten nach Anpfiff der zweiten Halbzeit des Bundesliga-Spiels zwischen dem FC Bayern und dem SC Freiburg in der Südkurve der Allianz Arena gezeigt wurde. Ein klarer Protest gegen die Geschäftsbeziehungen des aktuellen Bundesliga-Tabellenführers mit Katar – und eine harte Attacke auf den Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn und Vereinspräsident Herbert Hainer, die auf dem Plakat ebenfalls abgebildet waren – neben einer Waschmaschine mit der Aufschrift "FCB AG" beim Waschen blutverschmierter Kleidung. In Kahns linker Hand war zudem ein Koffer voller Geld mit der Aufschrift "You can rely on us" (Ihr könnt euch auf uns verlassen) abgebildet. Nach dem Spiel hat Trainer Julian Nagelsmann auf das Banner reagiert.

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"Ich sehe grundsätzlich, dass da etwas hängt und frage mich, wie die Leute dahinter was sehen. Und ich hoffe, dass wir schon so gut spielen, dass jeder was sehen will", scherzte der Coach zunächst - um dann doch ernst zu werden und das Engagement des FC Bayern zu verteidigen. Im Gastgeberland der WM 2022 absolvieren die Münchner Profis regelmäßig ihr Trainingslager im Winter. Außerdem ist die katarische Fluggesellschaft Qatar Airways bereits seit mehreren Jahren ein großer Sponsor der Bayern. "Der Klub ist, wie ich schon mal gesagt habe, im Dialog", erklärte Nagelsmann. Die Bayern-Verantwortlichen würden versuchen die an Katar zu kritisierenden Dinge "im Dialog zu besprechen und zu beeinflussen und nicht durch Ausgrenzung oder Wegschauen. Ich glaube, dass wir da schon ein bisschen was bewegt haben". Ansonsten verantworte er als Trainer die Dinge auf dem Spielfeld, sagte der 34-Jährige.

Katar steht international immer wieder wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Nach Recherchen des Guardian von Anfang des Jahres sind in den vergangenen zehn Jahren seit der WM-Vergabe an Katar mehr als 6500 Gastarbeiter aus fünf asiatischen Ländern gestorben. Katars Regierung erklärt hingegen, dass sie in den vergangenen Jahren mit Reformen die Lage der Arbeiter deutlich verbessert habe. Das erklärte auch Kahn-Vorgänger Karl-Heinz Rummenigge im vergangenen April: "Als wir bei der Klub-WM in Doha gespielt haben, haben wir uns mit der Internationalen Arbeitsorganisation getroffen, einer UN-Organisation. Sie haben uns gesagt, dass immer noch ein ganzes Stück zu gehen ist, aber dass sich die Arbeitsbedingungen verbessert haben und dass das dank des Fußballs passiert ist."


Fans des FC Bayern wollen bei der anstehenden Jahreshauptversammlung des FCB (25. November) mit einem Antrag dafür sorgen, dass der Verein den Sponsoring-Deal mit Qatar Airways nicht weiter fortführt. Katar stehe für massive Menschenrechtsverletzungen, hieß es unter anderem in einer Mitteilung der Fangruppe Ende Oktober.