30. Juni 2020 / 20:30 Uhr

Klub-Legende Klaus Fischer geht Schalke 04 nach Tönnies-Rücktritt an: "Erwarte nur Neunmalkluge"

Klub-Legende Klaus Fischer geht Schalke 04 nach Tönnies-Rücktritt an: "Erwarte nur Neunmalkluge"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke-Legende Klaus Fischer nimmt den Verein nach dem Rücktritt von Clemens Tönnies in die Pflicht.
Schalke-Legende Klaus Fischer nimmt den Verein nach dem Rücktritt von Clemens Tönnies in die Pflicht. © imago images/Montage
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Schalke-Legende Klaus Fischer glaubt nicht, dass der Rücktritt von Clemens Tönnies beim Ruhrpott-Klub Probleme lösen wird. Stattdessen warnt der 70-Jährige vor bevorstehenden "ganz schweren Zeiten" und fordert die Tönnies-Kritiker dazu auf, jetzt die Verantwortung zu übernehmen.

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Der FC Schalke 04 wird laut Klaus Fischer nach dem Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies "ganz schweren Zeiten entgegengehen", wie er dem Nachrichtenportal t-online.de sagte. Für den 70-Jährigen, der zwischen 1970 und 1981 295 Pflichtspiele für die Königsblauen absolvierte, sind nun "diejenigen gefragt, die Clemens Tönnies unbedingt loswerden wollten", meinte der Ex-Nationalspieler. Fischer weiter: "Die muss man jetzt in die Pflicht nehmen. Ich erwarte nur Neunmalkluge, die alles besser wissen."

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Tönnies war am Dienstag von seinen Ämtern zurückgetreten. Der 64-Jährige war nach einem Corona-Ausbruch in seinem Fleischunternehmen zuletzt massiv in die Kritik geraten. Erst am Samstag hatten parallel zum letzten Saisonspiel der Schalker beim 0:4 beim SC Freiburg rund 1000 Fans auf dem Vereinsgelände gegen den Boss demonstriert und ihn zum Rücktritt aufgefordert. Zudem plagen Schalke 04 sportliche und finanzielle Probleme. Die Mannschaft von Trainer David Wagner konnte am letzten Spieltag auch ihr 16. Bundesliga-Spiel in Folge nicht gewinnen. Finanziell soll die Schalker, die bereits vor der Corona-Krise für das Geschäftsjahr 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro vermeldet hatten, laut Medienberichten eine Bürgschaft des Landes NRW in Höhe von 40 Millionen Euro retten.

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Clemens Tönnies schmeißt hin. So reagiert das Netz auf den Rücktritt des Schalke-Bosses. ©

Klaus Fischer: "Tönnies hat immer wieder den Verein unterstützt, wenn es nötig war"

Klaus Fischer glaubt, dass Schalke aufgrund der Finanzprobleme um eine Ausgliederung der Fußballabteilung nicht herumkommen werde. "Wenn wir das nicht machen, wird es ganz, ganz schwer", warnte die Schalke-Legende. "Und jetzt verliert man offenbar den einen, der da war, wenn es brenzlig wurde. Denn Tönnies hat immer wieder den Verein unterstützt, wenn es nötig war", so Fischer über den milliardenschweren Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden. So hätte Tönnies auch "Kontakte gehabt, die im Falle einer Ausgliederung ein Millionenpaket geschnürt hätten".

Klaus Fischer, dem die aktuelle Schalke-Krise "sehr weh" tue, hält weiter zu Tönnies: "Clemens weiß selbst am besten, dass er auch Fehler gemacht hat und Dinge gesagt hat, die er nicht hätte sagen sollen. Das sagt er auch, und er hat sich ja auch entschuldigt", meinte der Ex-Stürmer auch in Bezug auf den Rassismus-Eklat um Tönnies im Vorjahr. "Die aktuelle Situation aber war für viele natürlich ein gefundenes Fressen. Jetzt sind genau diese Leute gefragt."