23. Mai 2021 / 14:41 Uhr

Knapp 200 Wolfsburg-Fans feiern an der Arena: "Eine überragende Aktion"

Knapp 200 Wolfsburg-Fans feiern an der Arena: "Eine überragende Aktion"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Da war einiges los: Knapp 200 VfL-Fans feierten an der VW-Arena.
Da war einiges los: Knapp 200 VfL-Fans feierten an der VW-Arena. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg hat sein letztes Liga-Spiel dieser Saison mit 2:3 gegen Mainz verloren. Doch knapp 200 Anhänger störte das nicht, sie unterstützten das Team 90 Minuten lang neben der VW-Arena und feierten anschließend mit den Profis.

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Es war ein Hauch von Normalität: Knapp 200 VfL-Fans versammelten sich am Samstagnachmittag zum letzten Saison-Spiel gegen den FSV Mainz 05 an der VW-Arena, um ihre Mannschaft zu unterstützen und anschließend mit ihr den Abschluss einer erfolgreichen Saison zu feiern - und Corona-Bedingungen, an die das eine oder andere Mal erinnert werden musste. Das 2:3 jedenfalls trübte die Stimmung nicht.

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Die dritterfolgreichste Saison der Klub-Geschichte spielte der VfL 2020/21 - allerdings ohne Zuschauer. Denn die sind wegen der Pandemie schon seit Monaten in den Stadien nicht mehr zugelassen. Da wollten es sich die Wolfsburg-Anhänger nicht nehmen lassen, ihre Mannschaft am Samstag noch einmal außerhalb des Stadions zu unterstützen und sie gebührend in den wohl verdienten Sommer-Urlaub zu entlassen. "Es war eine überragende Aktion", freute sich VfL-Fanbeauftragter Michael Schrader. "Es ist alles friedlich geblieben, die Mannschaft wurde von außen 90 Minuten lang unterstützt – trotz der schlechten Wetterverhältnisse."

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Zunächst hatten sich die Fans vor der Nordkurve getroffen. Mit vier Megafonen und drei Trommeln peitschten sie ihr Team nach vorn. Dabei konnten die aktuell geltenden Hygiene-Regeln schnell mal leicht in Vergessenheit geraten. "Ab und zu mussten die Leute schon an das Tragen einer Maske und das Einhalten der Abstände erinnert werden", berichtet Schrader. "Das haben die Fans dann auch umgesetzt." Und so verlebte auch der Ordnungsdienst einen ruhigen Nachmittag. Die Polizei "hatte auch fast nichts zu tun, sie hat den Emotionen der Fans freien Lauf gelassen. Das war klasse."

Nach dem Schlusspfiff ging's für die Fans dann ans Marathontor. "Wir wollen die Mannschaft sehen", skandierten die Anhänger - und Teile der Mannschaften kamen. Maximilian Arnold, Xaver Schlager, Torschütze Maximilian Philipp und Co. traten vor die Fans. "Es hat sich für beide Seiten gelohnt. Es hat gezeigt, dass der Fußball von den Fans lebt", freute sich Schrader. Nur einer kam nicht raus: Coach Oliver Glasner. Dabei hätten es sich Fans nach der tollen Saison so sehr gewünscht. "Wir wollen den Trainer sehen", sangen sie und machten sich somit auch für einen Verbleib des Österreichers, der nahezu ausgeschlossen ist, stark. Mitbekommen hat Glasner, dessen Zukunft auch am Samstag nicht geklärt wurde, die Aufforderung aber. "Wenn die Fans meinen Namen singen, freut mich das, das war schon emotional. Aber ich weiß, dass ich nur ein Teil der Gruppe bin. Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt", sagte er auf der Pressekonferenz.

Die PK und weitere Interview-Termine - damit hatte Schrader den Fans begründet, warum Glasner jetzt nicht vor die Anhänger treten könne. "Die Fans waren schon enttäuscht, aber ich habe es ihnen dann erklärt", sagt der Fanbeauftragte, der insgesamt ein positives Fazit unter die Fan-Aktion zog: "Es ist schön zu sehen, wie viele Fans mit Leib und Seele dabei sind und Sehnsucht nach der Mannschaft haben."