07. November 2020 / 16:05 Uhr

Knockout in der Nachspielzeit: Dynamo Dresden verliert 1:2 in Saarbrücken

Knockout in der Nachspielzeit: Dynamo Dresden verliert 1:2 in Saarbrücken

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Dynamo Dresdens Marvin Stefaniak im Laufduell mit seinem Saarbrücker Gegenspieler. © dreipass-foto/Kuttner
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Das Team von Trainer Markus Kauczinski unterlag durch einen späten Treffer des Saarbrückeners Sebastian Jacob und verpasste es dadurch, Boden auf die Tabellenspitze gutzumachen.

Saarbrücken. Das 2500. Pflichtspiel der 70-jährigen Vereinsgeschichte von Dynamo Dresden endete mit einer 1:2-Niederlage. In der Drittliga-Partie am Sonnabend beim 1. FC Saarbrücken im Ludwigsparkstadion traf Christoph Daferner (16.) zur Dresdner Führung, die Nicklas Shipnoski kurz vor der Pause ausglich (45.). In der Nachspielzeit machte Sebastian Jacob das entscheidende Tor (90.+1). Saarbrücken bleibt dadurch Tabellenführer, Dynamo ist weiterhin Siebenter - allerdings schon mit sechs Punkten Rückstand zur Spitze.

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Überraschend stand Julius Kade trotz seiner jüngsten überzeugenden Auftritte nicht im Kader. Paul Will ersetzte ihn in der Startelf. Zum Grund schwiegen sich die Verantwortlichen aus, nachdem es bei den Schwarz-Gelben in dieser Woche drei Corona-Fälle gegeben hatte. Der Verein hat den Infizierten Anonymität zugesichert und gibt ihre Namen nicht bekannt. „Krankheiten, Verletzungen und Infektionen vermischen sich bei uns, daher sagen wir zu einzelnen Ausfällen nichts“, erklärte Cheftrainer Markus Kauczinski vor Beginn der Partie gegenüber Magentasport.

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Das ist bitter: Die SG Dynamo Dresden unterlag im Spitzenspiel der 3. Liga beim 1. FC Saarbrücken mit 1:2. Zur Galerie
Das ist bitter: Die SG Dynamo Dresden unterlag im Spitzenspiel der 3. Liga beim 1. FC Saarbrücken mit 1:2. ©

In der Anfangsphase waren zunächst die Hausherren am Drücker. Sie liefen früh an, fiel spielte sich in der Dresdner Hälfte des Rasens ab. Die Dynamos, diesmal in weinrot-weißer Auswärtskluft, kamen zunächst nicht so gut in die Partie und so gehörten den Saarbrückern auch die beiden ersten Torschüsse: Sebastian Jacob (12.) und Anthony Barylla (15.) prüften SGD-Torwart Kevin Broll, doch der hielt beide Bälle sicher.

Saarbrücken trifft mit der ersten Gelegenheit

Der erste Torschuss der Gäste war dafür gleich von Erfolg gekrönt. Vorangegangen war ein lehrbuchmäßiger Konter: Marvin Stefaniak spielte unter Bedrängnis einen perfekten Pass auf den wieselflinken Ransford Königsdörffer, der drei Gegenspieler auf sich zog und kurz vorm Tor noch mal querlegte. Christoph Daferner hatte keine Mühe, nach genau 16 gespielten Minuten zur Dresdner Führung einzuschieben.

Der Treffer war natürlich enorm wichtig für das Spiel der Dresdner, die sich danach besser befreien konnten. Ungünstig war allerdings, dass sich Dresdens Mittelfeldmann Marvin Stefaniak schon früh eine unnötige gelbe Karte wegen Ballwegschlagens einhandelte (18.). Saarbrücken blieb gefährlich. Jacob war nach schöner Heber-Vorlage frei im Fünfmeterraum, wo ihm Broll im letzten Moment den Ball vom Fuß nahm (24.).

Rote Karte für Co-Trainer Heiko Scholz

Torschüsse waren in dieser Phase Mangelware. Dafür tat sich am Spielfeldrand etwas: Ransford Königsdörffer spitzelte nach einem Pfiff von Schiedsrichter Nicolas Winter den Ball weg – sofort zückte der Referee die gelbe Karte für eine Allerweltsaktion. Dynamos Co-Trainer Heiko Scholz brachte das auf die Palme. Er fragte das Unparteiischen-Trio etwas unflätig, ob es eine heimische Vogelart hat, und musste dafür auf die Tribüne (35.). Wieder eine rote Karte in der Fremde – Dynamo bleibt seiner Serie treu. Und „Scholle“ gab seine lautstarken Rufe einfach fünf Meter weiter hinten ab, zu hören waren sie im leeren Stadion dennoch gut.


Kurz vor der Pause drängte die Elf von der Saar dann immer mehr auf den Ausgleich. Timm Golleys Schuss aus der Distanz ging noch ganz knapp am Dreiangel vorbei (43.), doch der nächste Versuch saß: Kevin Ehlers wurde auf Dresdens rechter Außenseite ausgespielt, Königsdörffer lief nur hinterher und Golley hatte dadurch Raum für eine schöne Flanke. Die landete exakt bei von Nicklas Shipnoski, der zielsicher per Kopfball zum 1:1 traf (45.). Linksverteidiger Jonathan Meier bedrängte ihn nicht und Tim Knipping kam zu spät.

Saarbrücken trifft kurz vor dem Pausentee zum Ausgleich

Der Ausgleichstreffer mit dem Pausenpfiff kam für die Sachsen natürlich zur Unzeit. Während FCS-Coach Lukas Kwasniok zur Pause einen Wechsel vornahm, schickte Markus Kauczinski die gleiche Elf aufs Feld. Saarbrücken hatte nun spürbar Rückenwind. Als sich Kapitän Sebastian Mai bei einem weiten Ball verschätzte, hatte Dynamo Glück, dass Jacob den Ball vorbeischob (51.). Das wäre um ein Haar die Führung der Saarländer gewesen.

Die machten auch weiterhin das Spiel, auch wenn die Partie nun ereignisarm war und verflachte. Echte Chancen kamen auf beiden Seiten nicht zu Stande. Die Schwarz-Gelben kamen zu selten zu Angriffen. Hinten war auch nicht alles sattelfest. Bei einem weiten Flankenball wollte Broll fausten, fiel dabei über Linksverteidiger Meier. Gut für Dynamo, dass kein Gastgeber an den Ball kam, um auf den verwaisten Dresdner Kasten zu schießen (64.).

Später Knockout durch Jacob

In der 71. Minute tat Kauczinski dann was für die Offensive, brachte Diawusie für Hosiner als zentrale Spitze. Und das hätte sich fast ausgezahlt. Sverko servierte ihm den Ball und der schnelle Angreifer lief allein auf Daniel Batz zu, doch Saarbrückens Keeper war reaktionsschnell und lenkte die Kugel über den Kasten (78.). Die Ecke brachte nichts ein. Hinten brannte gleich darauf aber ebenso die Luft: Meier hinderte Shipnoski nicht am Abschluss, der donnerte den Ball aus kurzer Distanz übers Tor (80). Der nächste Dresdner Wechsel in Minute 82: Vlachodimos kam für Stefaniak.

Dann stockte den Dresdnern kurz der Atem: Mendler ging bei einem Zweikampf gegen Mai zu Boden, doch Schiedsrichter Winter entschied sich gegen den Elfmeter-Pfiff. Offenbar war die Berührung sogar knapp außerhalb des Strafraums (87.). Kurz darauf aber der Knockout: Die Nachspielzeit war gerade angebrochen, da machte Jacob das 2:1 für die Saarbrücker. Ehlers kam zu spät, Mai hatte zuvor Shipnoskis Hereingabe nicht verhindern können. Und so verlor Dynamo diese Partie noch kurz vor Schluss. Die Saarländer, die bereits am Mittwoch ihr Nachholspiel durch einen späten Treffer nach Ablauf der 90 Spielminuten für sich entschieden hatten, gingen erneut als glücklicher, aber verdienter Sieger vom Platz.