02. November 2021 / 23:23 Uhr

Kohfeldts Drei-Worte-Zeugnis zur Wolfsburger Leistung: „Intensität, Leidenschaft, Verteidigen – sehr gut.“

Kohfeldts Drei-Worte-Zeugnis zur Wolfsburger Leistung: „Intensität, Leidenschaft, Verteidigen – sehr gut.“

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Freut sich über den Sieg in seinem ersten CL-Spiel: Wolfsburg-Trainer Florian Kohfeldt.
Freut sich über den Sieg in seinem ersten CL-Spiel: Wolfsburg-Trainer Florian Kohfeldt. © Roland Hermstein
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Nach dem ersten Sieg in der Champions League darf der VfL Wolfsburg wieder vom Weiterkommen in der Königsklasse träumen. Dass das so ist, liegt auch am neuen Trainer Florian Kohfeldt.

Und jetzt ist plötzlich alles wieder drin: Am vierten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase hat der VfL Wolfsburg seinen ersten Königklassen-Sieg der Saison eingefahren, gewann gegen RB Salzburg mit 2:1 (1:1). Mit dem schnellsten Tor der Wolfsburger Königsklassen-Geschichte hatte Ridle Baku den VfL in Führung gebracht, nach dem Ausgleich durch Maximilian Wöber sorgte Lukas Nmecha mit einem sehenswerten Schuss unter die Latte für den Endstand.

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16.200 Zuschauer sahen einen VfL, der in vielen Bereichen da weitermachte, wo er am Samstag beim 2:0 in Leverkusen aufgehört hatte. „Wir haben alles reingeworfen, was wir hatten“, freute sich Florian Kohfeldt nach seinem zweiten Sieg im zweiten Spiel als VfL-Trainer. „Das Spiel zu ziehen, war nicht nur für die Gruppenkonstellation wichtig“, so Kohfeldt, „sondern auch für die grundsätzliche Überzeugung.“ Sprich: Siege wie dieser helfen dabei, dass die Mannschaft an sich ebenso glaubt wie an die Ideen des Trainers. „Deswegen freue ich mich sehr.“ Sein Drei-Worte-Zeugnis zur Leistung: „Intensität, Leidenschaft, Verteidigen – sehr gut.“

Wölfe in Noten: Einzelkritik zum Spiel gegen Salzburg

<b>Koen Casteels: </b> Hatte zunächst recht wenig zu tun, beim Freistoß-Gegentor allerdings nicht chancenlos. Verletzte sich in der Szene leicht, biss aber auf die Zähne. Und war danach zur Stelle, in der Schlussphase stark. - Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Hatte zunächst recht wenig zu tun, beim Freistoß-Gegentor allerdings nicht chancenlos. Verletzte sich in der Szene leicht, biss aber auf die Zähne. Und war danach zur Stelle, in der Schlussphase stark. - Note: 3 ©

Im anderen Spiel der Gruppe verlor am späten Abend der FC Sevilla gegen den französischen Meister OSC Lille mit 1:2, damit ist die Gruppe eine der spannendsten der gesamten Königsklasse, denn alle vier Teams dürfen sich weiter Chancen ausrechnen. Der VfL hat fünf Punkte auf dem Konto, die Spiele in Sevilla und gegen Lille stehen noch aus.

Zum Vergleich: 2015 hatte der VfL seine Königsklassen-Vorrunden-Gruppe mit insgesamt zwölf Punkten sogar gewonnen, 2009 hatte er sich mit sieben Zählern immerhin noch als Gruppendritter für die K.o.-Phase der Europa League qualifiziert.

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Was den VfL-Sieg noch wertvoller macht: Es war die erste Saison-Niederlage für Salzburg und damit auch die erste Niederlage für Matthias Jaissle als RB-Trainer. Der Meister aus Österreich hatte zuletzt im April ein Pflichtspiel verloren. Und: Es war der erste Wolfsburger CL-Sieg seit dem 2:0 gegen Real Madrid vor fünfeinhalb Jahren, entsprechend groß war die Freude bei Abpfiff auch auf den Rängen, die Fans feierten das Team – Kohfeldt war da allerdings schon in der Kabine. „Ich fühle schon sehr, sehr viel ,Wir’“, so der Coach nach seiner Champions-League- und seiner Wolfsburger Heimspiel-Premiere, aber er wolle sich selbst „nicht so in den Vordergrund stellen“.

VfL Wolfsburg gegen RB Salzburg - Die Bilder

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Die Spiele während der Hymne. ©

Auch sein Jubel am Spielfeldrand fiel aus diesem Grund nicht ganz so euphorisch aus wie noch bei wichtigen Treffern zu Bremer Zeiten. „Aber die innere Emotionalität war schon sehr hoch“, sagte er, jedoch gelte: „Siege gehören immer der Mannschaft.“

Am Samstag geht es jetzt mit dem Bundesliga-Spiel gegen Augsburg weiter, dann wünscht sich Kohfeldt den nächsten Sieg und den nächsten Schritt nach vorn. Denn bei aller Freude über den Sieg, sah der Trainer auch noch Luft nach oben: „Nach dem schnellen 1:0 waren wir einfach nicht gut, defensiv zu zögerlich. Und das Spiel mit dem Ball ist ausbaufähig.“ Dass sein Team aus Ballverlust- Momenten zwei Großchancen von Karim Adeyemi zuließ, sei dagegen verzeihlich: „Wir wollen mutig spielen, dann passiert so etwas schon mal.“

Mut und Selbstvertrauen – nach nur zwei Spielen unter dem neuen Trainer scheint beides wieder da zu sein. Torschütze Baku: „Die Tugenden, die uns letztes Jahr stark gemacht haben, die haben wir in den beiden Spielen wieder auf den Platz gebracht – und wir haben in diesem Jahr individuell starke Spieler dazubekommen. Jetzt müssen wir so weitermachen.“

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