17. März 2020 / 23:41 Uhr

Köln-Manager Heldt attackiert Söder wegen Forderung nach Gehaltsverzicht von Fußball-Profis: "Unverschämt"

Köln-Manager Heldt attackiert Söder wegen Forderung nach Gehaltsverzicht von Fußball-Profis: "Unverschämt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Horst Heldt (links), Manager des 1. FC Köln, hat kein Verständnis für den von Markus Söder geforderten Gehaltsverzicht der Profi-Fußballer.
Horst Heldt (links), Manager des 1. FC Köln, hat kein Verständnis für den von Markus Söder geforderten Gehaltsverzicht der Profi-Fußballer. © 2020 Getty Images
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Die Forderung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU) nach einem Gehaltsverzicht der Profi-Fußballer lässt Horst Heldt an die Decke gehen. Der Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln bezeichnet die Söder-Aussagen als "unverschämt" und "populistische Scheißausdrücke".

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Der von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU) geforderte Gehaltsverzicht von Profi-Fußballern hat Horst Heldt mächtig aufgestoßen. „Machen Sie sich mal keine Sorgen über Profis, die ihrer Verantwortung nicht gerecht werden wollen. Es wäre sinnhaft, mit populistischen Scheißausdrücken sich ein Stück zurückzuhalten", sagte der Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln am Dienstag der Bild. "Man sollte sich darauf konzentrieren, was für die Menschen wichtig ist.“

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Söder hatte am Montag angestoßen, dass die hochbezahlten Spieler auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, um die kommenden finanziellen Probleme ihrer Klubs zu lindern - und so womöglich zahlreiche Arbeitsplätze innerhalb der Vereine zu erhalten. Der bayrische Politiker sagte: "Ich fände es in Ordnung, wenn Spieler, die ganz große Gehälter bekommen, zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes gegenüber ihrem Arbeitgeber, ihren Vereinen, ein bisschen zurückhaltender wären mit dem Geld.“

Heldt: "Fußball-Profis haben ein soziales Gewissen"

Diese Aussagen kann Köln-Manager Heldt nicht nachvollziehen. „Die Politik soll führen und vorangehen und den Menschen einen Plan an die Hand geben und sich nicht in Bereiche bewegen, um am Ende populistischer dazustehen. Das wird unserem Land nicht helfen", erklärte der ehemalige Profi und heutige Funktionär. "Ich weiß, dass Fußball-Profis ein soziales Gewissen haben. Ich finde es unverschämt, das öffentlich zu diskutieren und öffentlich in Frage zu stellen.“

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Innerhalb der Bundesliga scheint ein Gehaltsverzicht allerdings keineswegs undenkbar. Das zumindest bestätigte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Dienstag bei einem Live-Interview der Bild. Dort sagter er, dass dieses Thema durchaus Beachtung findet. Seifert wisse „von Klubs, die längst mit ihren Spielern darüber sprechen und das vielleicht schon umgesetzt haben. Aber klar, die Forderung (von Söder, d. Red.) ist nachvollziehbar. Viele Akteure müssen ihren Beitrag leisten.“