02. August 2017 / 07:27 Uhr

Köln-Manager Schmadtke: „Profifußball ist Kapitalismus in Reinform“

Köln-Manager Schmadtke: „Profifußball ist Kapitalismus in Reinform“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Köln Manager Schmadtke sieht sich mit seinem FC Köln nicht unter den Top-6 der Bundesliga.
Köln Manager Schmadtke sieht sich mit seinem FC Köln nicht unter den Top-6 der Bundesliga. © imago
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Jörg Schmadtke qualifizierte sich mit seinem FC in der letzten Saison für den europäischen Wettbewerb und bleibt trotzdem auf dem Boden. Nun sprach er über die neue Saison und absurde Abösesummen.

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Sensationell spielte und vor allem siegte sich der FC Köln in der vergangenen Saison in die Europa League. Zu verdanken hatten die Geißböcke dies vor allem einem Mann: Anthony Modeste. Der Franzose schoss 25 Tore in 34 Spielen für seine Farben und ließ die Kölner regelmäßig jubeln.

Trotzdem oder gerade deshalb wechselte der Stoßstürmer nach China und kassiert nun kräftig ab. Doch auch der FC wurde mit einer Ablösesumme von knapp 30 Millionen Euro entlohnt. Köln hätte ihn wohl gerne behalten, doch der 29-Jährige drängte auf einen Wechsel: „Es wäre schlecht, wenn wir Spieler an die Heizung anketten müssen, damit sie bleiben. Der Profifußball ist Kapitalismus in Reinform", sagte Schmadtke nun in einem Interview mit der SportBild.

Ersetzen soll Modeste der ehemalige Mainzer Jhon Cordoba, für den der FC schlappe 17 Millionen Euro überwies. Doch der Manager baut keinen Druck auf: „Im Vorjahr hatte Modeste schon die besondere Qualität, dass er fast keine Chance ausgelassen hat und so auf 25 Tore kam. Das war im Jahr davor auch nicht so. Es wäre nicht schlau, Jhon nun diese Erwartung als einen Riesenrucksack aufzulasten. Außerdem haben wir fünf Stürmer im Kader. Wenn von denen jeder zehn Tore macht, dann ist doch alles gut.“

Soll den abgewanderten Modeste ersetzen: 17-Millionen Euro Neuzugang Jhon Cordoba.
Soll den abgewanderten Modeste ersetzen: 17-Millionen Euro Neuzugang Jhon Cordoba. © imago
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Angesprochen auf die neue Saison un die Zielsetzung in der Bundesliga verrät der 53-Jährige: „Wenn wir am Schreibtisch sitzen und planen, dann wissen wir, dass wir eigentlich nicht unter die ersten sechs, sieben Mannschaften kommen können. Denn wir wissen, dass wir auch Fünfter geworden sind, weil Mannschaften geschwächelt haben, die von ihren Möglichkeiten eigentlich vor uns liegen müssten. Leverkusen gehört zum Beispiel eher unter die Top 6 als wir.“

Doch muss sich der FC Köln wirklich kleiner machen als er ist? Immerhin hat man bis auf Modeste alle wichtigen Leistungsträger wie Hector oder Osako halten können. Mit Jannes Horn (VfL Wolfsburg) und Jorge Meré (Sporting Gijon) wurden zwei junge Abwehrspieler mit außerordentlich viel Potenzial und Qualität an den Rhein gelotst. Vorne soll der angesprochene bullige Cordoba für die Tore sorgen. Man darf also gespannt sein, wie sich der FC Köln in der nächsten Saison präsentiert.

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