07. Mai 2022 / 19:29 Uhr

Köln-Stürmer Modeste nach Platzsturm auf Händen getragen: "Lieber das, als getreten zu werden"

Köln-Stürmer Modeste nach Platzsturm auf Händen getragen: "Lieber das, als getreten zu werden"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Fans des 1. FC Köln feierten den Europapokal-Einzug.
Die Fans des 1. FC Köln feierten den Europapokal-Einzug. © IMAGO/Nordphoto/dpa/Montage
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Der 1. FC Köln vertritt die Bundesliga in der kommenden Saison international. Trotz einer 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg machte der FC die Europacup-Qualifikation perfekt. Die Fans stürmten den Platz. Stürmer-Star Anthony Modeste feierte mit den Anhängern. Trainer Steffen Baumgart war nicht wirklich zum Feiern zumute.

Den Platzsturm ließen sich viele Fans des 1. FC Köln nicht verbieten. Als die zweite Europacup-Qualifikation in den vergangenen 30 Jahren dank Schützenhilfe des rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen feststand, stürmten Tausende auf den Rasen. Der Verein hatte vor und während des Spiels vehement darum gebeten, das Feld nicht zu betreten, hatte sogar extra Zäune hochgezogen. Doch schnell sahen die Ordnungskräfte die Aussichtslosigkeit des Unterfangens ein und entschieden sich für geregelte Absperrung auf dem Platz.

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Zu selten und außergewöhnlich ist es eben, wenn sich der einst so große FC heutzutage für Europa qualifiziert. Die Fans sangen unentwegt "Europapokal", sicherten sich Tornetze und Elfmeterpunkte. Das 0:1 gegen den VfL Wolfsburg, ausgerechnet besiegelt durch das Kölner Eigengewächs Yannick Gerhardt (43.), kümmerte niemanden mehr ernsthaft.

Trotz Europacup-Qualifikation: Köln-Trainer Baumgart war "nicht nach Feiern zumute"

Außer Steffen Baumgart. "Eigentlich ist mir nicht nach Feiern zumute", sagte der Trainer und Baumeister des Kölner Erfolgs: "Wenn wir verlieren, ärgert mich das. Deshalb fällt es mir ein bisschen schwer, euphorisch zu sein. Aber wenn ich auf die Tabelle schaue, bin ich innerlich doch am Grinsen."

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Wie 2017, bei der zuvor einzigen Quali seit 1992, wurde Stürmer Anthony Modeste von den Anhängern auf Händen getragen. "Lieber das, als getreten zu werden", sagte der Franzose lachend: "Aber eigentlich hätten sie die ganze Mannschaft auf Händen tragen müssen." Dennoch war er der Einzige, der länger auf dem Platz blieb. Die Kollegen begaben sich schnell in den Innenraum, denn zu Ende ist die traumhafte Reise noch nicht. Die Conference League oder zumindest deren Play-offs hat Köln sicher. Ein Sieg nächste Woche in Stuttgart und höchstens ein Remis von Union Berlin gegen Bochum würde aber den Start in der Europa League bescheren.

Baumgart hält Feier auf dem Platz nicht für angemessen

"Wir wären jetzt gerne draußen und würden mit den Fans feiern", sagte der gebürtige Kölner Salih Özcan, angeblich von Borussia Dortmund umworben: "Aber das gehört aus Sicherheitsgründen dazu. Jetzt können wir zwei Tage ein bisschen Gas geben und dann versuchen wir, in Stuttgart zu gewinnen."

Baumgart hätte eine Feier auf dem Platz für unangebracht gehalten. "Die Saison ist noch nicht vorbei", sagte er: "Wir können eine Polonaise durch die Stadt machen. Aber wir können nächste Woche auch noch Platz sechs kriegen. Dass die Leute feiern, ist komplett in Ordnung. Auch, dass sie auf dem Rasen sind. Dass wir, wenn wir 1:0 verlieren, nicht in Euphorie rausgehen, sollte aber auch jeder verstehen."