09. Mai 2021 / 16:21 Uhr

Köln-Tor aberkannt: Hector und Funkel ärgern sich über Schiedsrichter-Gespann

Köln-Tor aberkannt: Hector und Funkel ärgern sich über Schiedsrichter-Gespann

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Friedhelm Funkel und Jonas Hector waren mit Schiedsrichter Marco Fritz nicht zufrieden.
Friedhelm Funkel und Jonas Hector waren mit Schiedsrichter Marco Fritz nicht zufrieden. © IMAGO/Eibner/Chai v.d. Laage (Montage)
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Die Niederlage gegen den SC Freiburg schmerzt den 1. FC Köln im Kampf um den Klassenerhalt – insbesondere, weil man in der Nachspielzeit das vermeintliche 2:2 erzielt hatte. Schiedsrichter Marco Fritz verweigerte dem Treffer jedoch wegen eines Handspiels von Jonas Hector die Anerkennung. Eine Entscheidung, die diesen erboste.

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Mit 1:4 hat der 1. FC Köln gegen den SC Freiburg verloren und damit im Bundesliga-Abstiegskampf einen bitteren Rückschlag kassiert. Dabei stand das Spiel bis in die Nachspielzeit Spitz auf Knopf: In der ersten Minute der Extrazeit schoss Jan Thielmann den Ball zum vermeintlichen 2:2 ins Tor - für den FC wäre es ein wichtiger Punkt gewesen. Doch Schiedsrichter Marco Fritz verweigerte dem Treffer die Anerkennung, weil Jonas Hector nach seiner Meinung zuvor mit dem Arm am Ball war. Den Ex-Nationalspieler brachte diese Auslegung auf die Palme.

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"Ich habe es auf dem Spielfeld gesagt: Ich merke, er kommt an die Schulter. Ich denke, es ist kein Handspiel", grollte der Kapitän der Kölner bei DAZN, räumte aber auch ein, dass es "schwierig zu entscheiden" sei, weil die Handspiel-Regel nicht wirklich klar ist. Die TV-Bilder konnten nicht zweifelsfrei entschlüsseln, ob der Ball den Oberarm oder doch die Schulter berührte. Hector wunderte sich auch darüber, dass der Videobeweis nicht zum Tragen kam und Fritz sich die Szene nicht noch einmal in der Review Area anschaute. Hector: "Es ist traurig, dass das Ganze mit so einer Geradlinigkeit ohne Erklärung gepfiffen wird."

Funkel: VAR bestärkte Fritz, das Tor nicht zu geben

Dies wunderte auch FC-Trainer Friedhelm Funkel, der nach Abpfiff das Gespräch mit Fritz suchte. Videoschiedsrichter Sören Storks hatte dem Unparteiischen offenbar einen Hinweis gegeben. "Ich habe mit dem Schiedsrichter gesprochen. Aus dem Keller kam die Nachricht: Das ist ein Handspiel, du musst dir das nicht anschauen", sagte der erfahrene Coach.

Das für die Regeln zuständige International Football Association Board (Ifab) hatte vor der Saison beschlossen, Arm und Schulter regeltechnisch deutlicher voneinander abzugrenzen. Der Bereich oberhalb der Achselhöhle soll demnach nicht mehr zum Arm gerechnet werden. Im Fall von Hector lag jedoch ein Grenzfall vor, den die Referees zu Ungunsten des Ex-Nationalspielers auslegten. Dieser ärgerte sich vor allem über die Art und Weise, wie Fritz mit der Szene umging. "Sie sind immer der Meinung, dass sie alles besser wissen. Das war auch diesmal so. Ich habe nachgefragt, wie die Regel ist und er konnte es dann nicht sagen", grollte er.

Der DFB löste den Fall kurz nach der Partie via Twitter auf: "Auf den TV-Bildern, die dem VAR vorliegen, ist ersichtlich, dass @fckoeln-Spieler #Hector den Ball am Oberarm, knapp unterhalb der Achselhöhle, berührt. Somit im strafbaren Bereich. Aus diesem Grund hat der VA die Richtigkeit der Feldentscheidung (direkter FS) bestätigt", schrieb der Verband. "Hinweis: Der Begriff 'T-Shirt-Linie' trifft den nach den Regeln strafbaren Bereich für Handspiel nur bedingt. Der strafbare Bereich beginnt unterhalb der Achselhöhle."

Hector enttäuscht: "Das Ergebnis ist scheiße"

Genau wie der frühere Nationalspieler ("Das Ergebnis ist scheiße, die erste Halbzeit hat uns das Spiel gekostet") wollte auch Funkel die Szene jedoch nicht als Ausrede für das Endergebnis geltend machen. Schließlich hatte seine Mannschaft zur Pause nach Gegentreffern von Nils Petersen und Ermedin Demirovic bereits mit 0:2 hinten gelegen. "Wir haben in der ersten Halbzeit gar nicht ins Spiel gefunden, waren zu langsam", so Funkel, für dessen Mannschaft es nach der Pause zwar besser lief (Sebastian Andersson gelang der Anschluss, Ondrej Duda verschoss einen Strafstoß), die letztlich aber nach dem verpassten Ausgleich durch Thielmann den Kopf verlor und noch zwei Gegentore fing, die Funkel sauer machten. Denn für den FC geht es im Saisonendspurt im Zweifel um jeden Treffer.