10. Januar 2020 / 13:11 Uhr

Köln-Trainer Markus Gisdol über Abstiegskampf: "Werden wohl bis zum letzten Spieltag kämpfen müssen"

Köln-Trainer Markus Gisdol über Abstiegskampf: "Werden wohl bis zum letzten Spieltag kämpfen müssen"

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Markus Gisdol soll den 1. FC Köln zum Klassenerhalt führen.
Markus Gisdol soll den 1. FC Köln zum Klassenerhalt führen. © imago images/Herbert Bucco
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Durch drei Siege in Folge hat der 1. FC Köln kurz vor der Winterpause in der Bundesliga-Tabelle noch den Sprung über den Abstiegsstrich gemacht. Im Trainingslager in Spanien bereitet sich die Mannschaft von Markus Gisdol aktuell auf die Rückrunde vor. Am Freitag äußerte sich der Trainer unter anderem zu Trainingsinhalten, den zwei Neuzugängen und dem Klassenerhalt. 

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Wirklich gelegen kam dem 1. FC Köln die Winterpause wohl nicht. Mit drei Siegen in der letzten englischen Woche der Bundesliga-Hinrunde befand man sich gerade in einem echten Lauf. Andererseits: Im spanischen Benidorm, wo der Klub seit Samstag für sein Trainingslager weilt, nutzt die Mannschaft die Zeit aktuell, um weiter zueinander zu finden. Seit Sommer hatte sich ja einiges getan beim Aufsteiger. Mit Horst Heldt kam Mitte November erst ein neuer Geschäftsführer Sport, anschließend mit Markus Gisdol auch ein neuer Trainer. Am Freitag äußerte sich der 50-Jährige nach einer Vormittagseinheit über…

die Trainingslager-Erkenntnisse: "Für ein komplettes Fazit ist es zu früh, da wir am Nachmittag noch ein Testspiel haben. Wichtig war, dass wir die Trainingsinhalte und die Intensität, die wir angehen wollten, sehr gut durchgebracht haben."

…Trainingsschwerpunkte: "Wir haben viel Wert gelegt auf die Dinge, die wir bereits zu Beginn unseres Antritts im November angestoßen haben. Wie sagt man so schön: Das Wiederholen und Verfestigen von Abläufen. Der andere Schwerpunkt war der Spielaufbau; wie wir uns gegen einen organisierten Gegner verhalten wollen. Und über allem stand unsere Fitness. Wir haben schon einiges in der Vorrunde aufgeholt – und diese Woche war bewusst auch so, dass die Jungs auf der Heimreise am Samstag wissen, was sie getan haben."

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…das Einstudieren seiner Philosophie: "Ich hätte mir natürlich gewünscht, eine sechswöchige Vorbereitung zu haben – wie im Sommer. Aber es ist nun mal kein Wunschkonzert. Da tut uns die eine Woche natürlich gut, ganz eng beieinander zu sein und zweimal am Tag arbeiten zu können. Und trotzdem muss man immer wieder Entwicklungsschritte überspringen, um sich besser kennenzulernen."

…Winter-Zugang Mark Uth vom FC Schalke 04: "Er ist ein Spieler, den wir in unserem Kader nicht hatten, der auch mal als zweiter Stürmer, als Zehner oder über die Seite kommen kann. Er bewegt sich in den Räumen, hat das Gefühl für die Situation und kann unsere zentrale Spitze sehr gut unterstützen – die dadurch noch torgefährlicher werden kann. Ich wollte so einen Spieler haben. Und da ich Mark gut kenne, hat sich es angeboten, dass diese Zufälle alle zueinander gefunden haben."

…Winter-Zugang Elvis Rexhbecaj vom VfL Wolfsburg: "Bei ihm sehe ich in seinen jungen Jahren ein unglaubliches Laufvermögen. Er will sehr schnell Verantwortung übernehmen, spricht viel auf dem Platz spricht und fordert die Bälle. Er kann sowohl eine defensivere Sechs als auch eine gute Acht als Verbindungsspieler sein. Er hilft uns auch weiter."

…die Integration der beiden Zugänge: "Sie sind unglaublich schnell aufgenommen worden und haben sich auch selbst super eingebracht, dass alles problemlos war. Nach zwei, drei Tagen wirkt es so, als wären sie schon länger da. Es fühlt sich gut an. Sie vergrößern unsere Möglichkeiten. Das war ja der Hintergrund, warum wir diese Spieler gesucht haben. Wir brauchen in 17 Spielen immer wieder Lösungen – über die ganze Rückrunde hinweg."

…bisherige Eindrücke aus den Testspielen: "Wir haben Sachen ausprobiert. Benno Schmitz mal als Linksverteidiger, Kingsley Schindler mal als Rechtsverteidiger spielen lassen, das sind alles so Dinge, die man in der Saison gut gebrauchen kann. Da ist es gut, das schon mal in einem Testspiel gesehen zu haben – ob uns das helfen kann. Das ist eine ernsthafte Alternative. Es hilft uns auch, wenn man eine Kadernominierung machen muss – zu wissen, dass Spieler auf mehreren Positionen spielen können. Da gewinnt man Sicherheit."

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…weitere Transfers: "Ich behalte es weiterhin so bei – auch wenn es langweilig ist –, dass ich zu unserer Personalplanung keine Auskünfte gebe."

…die Chancen im Abstiegskampf: "Wir haben vor der Winterpause drei Spiele gewonnen in einer Woche, da hat vieles zusammengepasst. Und das hat uns natürlich geholfen – in allem, vor allem aber von der Stimmung. Das sollte uns jedoch nicht den Blick vernebeln: Wir werden wohl bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Ich habe immer so ein bisschen die Sorge, wenn du Spiele gewinnst und Punkte holst, dass sich die Meinung einschleicht: Wir sind doch eigentlich viel besser als wir dachten. Nein! Wir müssen ganz demütig bleiben und weiterarbeiten. Wir müssen wissen: Die Teams um uns herum werden alle unglaublich Gas geben und überraschend punkten. Deshalb werden auch wir noch viele Punkte brauchen in der Rückrunde. Dass wir uns freigeschwommen haben, davon kann nicht die Rede sein."