17. November 2022 / 11:12 Uhr

Komfort, Kritik und weite Wege: Das ist das DFB-Teamquartier bei der WM in Katar

Komfort, Kritik und weite Wege: Das ist das DFB-Teamquartier bei der WM in Katar

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das DFB-Team schlägt sein WM-Lager im Norden von Katar auf.
Das DFB-Team schlägt sein WM-Lager im Norden von Katar auf. © IMAGO/MIS (Montage)
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Die deutsche Nationalmannschaft bezieht am Donnerstag ihr Teamquartier für die WM in Katar. Vom "Zulal Wellness Resort" muss die DFB-Auswahl mindestens eine Stunde Anreise zu den Spielorten einplanen – für katarische Verhältnisse eine Menge. Bundestrainer Hansi Flick ist dennoch von der Unterkunft überzeugt.

Weiter hätte die Strecke in Katar kaum sein können: Die deutsche Nationalmannschaft bezog am Donnerstag ihr Quartier für die Weltmeisterschaft hoch im Norden Katars, rund 110 Kilometer sind es von dort nach Doha. Im Großraum der Hauptstadt werden alle Spiele des Turniers ausgetragen. Katar ist insgesamt nicht einmal 200 Kilometer lang. Von der Luxusunterkunft "Zulal Wellness Resort" bis zum Khalifa International Stadium, wo das DFB-Team am 23. November gegen Japan sein erstes Gruppenspiel bestreitet, sind 75 bis 90 Minuten Fahrzeit einzuplanen – ohne größere Verkehrsstörungen, die während der WM rund um Doha zu erwarten sind. Zum Vergleich: Japan benötigt von seinem rund neun Kilometer entfernten Quartier zur Spielstätte der Begegnung nur 15 bis 20 Minuten.

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Für die Spiele gegen Spanien (27. November) und Costa Rica (1. Dezember), die im rund 80 Kilometer vom Nordzipfel entfernten Al-Bayt Stadium ausgetragen werden, brauchen Hansi Flick und Co. etwa eine Stunde. Der Bundestrainer ist dennoch fest davon überzeugt, sich für die richtige Unterkunft entschieden zu haben. "Wir freuen uns, dass wir dann endlich in Katar und bei der Weltmeisterschaft angekommen sind. Ich glaube, das Hotel wird unseren Spielern gefallen", sagte der Bundestrainer nach dem mühevollen 1:0 am Mittwochabend im Test im Oman. Die Vorzüge des Quartiers werden die Spieler am Freitag genießen. Flick gab seinem Team für den Tag frei: "Damit alle relaxen und abschalten können."

"Zulal" bedeutet Wasser und soll eine Oase für die Spieler und Betreuer sein. "Wir wollen unserer Mannschaft die bestmöglichen Bedingungen für ein erfolgreiches Turnier bieten. Mit der Auswahl haben wir fast all unsere Anforderungen und Bedürfnisse an ein Teamhotel erfüllt", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff im Mai bei der Bekanntgabe des sogenannten Base-Camps.

Von 1934 bis 2022: Alle WM-Quartiere der deutschen Nationalmannschaft

1934, Italien: Bei der ersten Weltmeisterschaftsteilnahme Deutschlands logierte die Mannschaft im Hotel Miralago in Cernobbio am Comer See. Zur Galerie
1934, Italien: Bei der ersten Weltmeisterschaftsteilnahme Deutschlands logierte die Mannschaft im Hotel Miralago in Cernobbio am Comer See. ©

Resort erteilt Verbot für Bild- und Videoaufnahmen

Die Hotelanlage in Al-Ruwais an der Nordküste am Persischen Golf wurde in diesem Jahr eröffnet. An Komfort mangelt es dem DFB-Tross nicht, er wohnt in einem eigenen, vom übrigen Betrieb abgetrennten Bereich. Aktuelle Einblicke in die Anlage sind indes nur schwer möglich, schließlich hat das Resort vor dem Turnier ein Verbot für Bild- und Videoaufnahmen erteilt. Die Trainingseinheiten finden im Stadion des Erstligisten Al-Shamal SC statt.

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Kritik am "Zulal Wellness Resort" gab es derweil im Zuge der Debatte um die Bedingungen von Arbeitern. Der ehemalige Gastarbeiter Malcolm Bidali berichtete der Sportschau von ausbeuterischen Bedingungen, wurde später als Whistleblower inhaftiert und erst auf Druck von Menschenrechtsorganisationen wieder freigelassen. Bidali war als Wachmann für das Immobilienunternehmen Msheireb Properties tätig, dem die Unterkunft der DFB-Elf gehört – und reagierte empört auf die Auswahl des deutschen Verbands: "Es ist verrückt, dass der DFB mit Msheireb zusammenarbeitet."

Der Fanclub Deutsche Nationalmannschaft wird derweil im rund 380 Kilometer entfernten Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten untergebracht sein und zu den Spielen per Charterflug nach Katar reisen. "Die Umsetzung eines Fan-Camps im WM-Austragungsland Katar war organisatorisch nicht möglich", teilte der Fanclub mit.

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