13. April 2020 / 13:03 Uhr

Kommentar zum ersten Labbadia-Auftritt bei Hertha BSC: Selbstbewusst und realistisch

Kommentar zum ersten Labbadia-Auftritt bei Hertha BSC: Selbstbewusst und realistisch

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bruno Labbadia (r.) muss Hertha BSC neues Selbstvertrauen vermitteln.
Bruno Labbadia (r.) muss Hertha BSC neues Selbstvertrauen vermitteln. © imago images/Montage
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Als vierter Trainer in dieser Saison gab Bruno Labbadia bei Hertha BSC eine Antritts-Pressekonferenz. Der 54-Jährige sprühte vor Energie und Tatendrang, präsentierte sich selbstbewusst - aber zugleich auch realistisch.

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Knapp 20 Minuten lief die Hertha-Pressekonferenz, als Bruno Labbadia einen Satz sagte, der vielen Fans der Berliner gefallen haben dürfte. "Ich bin fest davon überzeugt, dass man erst einmal arbeiten sollte, bevor man zu viel erzählt", sagte der 54-Jährige. Ob nun bewusst oder unbewusst, setzte er damit einen deutlichen Kontrastpunkt zu seinem Vor-Vorgänger Jürgen Klinsmann, der, kaum in Berlin angekommen, von der Champions League sprach. Die 76 Tage seiner Amtszeit waren geprägt von vollmundigen Ankündigungen, die nicht bei allen Hertha-Fans gut ankamen.

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Analyse zum Labbadia-Auftritt in der SPORTBUZZER-Schalte

Labbadia, der vierte Hertha-Trainer in dieser Saison, will erst einmal anpacken, statt Ankündigungen in die Welt zu setzen. Realismus statt Größenwahn, wenn man so will. Das vermittelte der ehemalige Trainer des VfL Wolfsburg glaubhaft. Auch die Lust auf seinen neuen Job war Labbadia spürbar anzumerken. Mehrmals betonte er, dass er in den vergangenen Monaten mehrere Angebote vorliegen hatte, die er abgelehnt habe, "weil ich auch nicht mehr alles machen muss" - das spricht für Selbstbewusstsein, schließlich gibt es nicht allzu viele Trainerposten im Profifußball.

"Wunschverein" Hertha BSC

Bei Hertha sei das anders gewesen, er sprach von seinem "Wunschverein". Für den hatte er gleich auch eine große Geste parat: Wie Manager Michael Preetz erklärte, verzichtet Labbadia bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf große Teile seines Gehalts, das laut Medienberichten bei drei Millionen Euro pro Jahr liegen soll.

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„Das finde ich eine tolle und bemerkenswerte Geste und möchte mich da auch gleich zu Beginn schon mal für bedanken. Das zeigt, dass er sehr reflektiert auch in dieser Situation auf die Gesamtumstände, die wir in unserem Land und im Fußball haben, abhebt und sie im Blick hat“, sagte Preetz - bei den leidgeplagten Hertha-Anhängern dürfte das ebenfalls gut ankommen.

In Bildern: Das war der erste Tag von Bruno Labbadia bei Hertha BSC.

Co-Trainer Erdinc ,Eddy' Sözer (l.) und Trainer Bruno Labbadia leiteten am Ostermontag das erste Training bei Hertha BSC. Zur Galerie
Co-Trainer Erdinc ,Eddy' Sözer (l.) und Trainer Bruno Labbadia leiteten am Ostermontag das erste Training bei Hertha BSC. © herthabsc/citypress

Die sollen zudem durch Labbadias Offensivfußball wieder für ihre Hertha begeistert werden, die seit vergangenem Sommer für so viele Negativschlagzeilen gesorgt hatte. "Ich bin mir der Situation bewusst, dass es nicht so ist, dass wir hierherkommen, kurz mit den Finger schnipsen und es funktioniert", sagt Labbadia. Noch ein Zeichen für seinen Realismus, der in den vergangenen Monaten in Berlin teilweise abhanden gekommen war.