07. Mai 2020 / 19:10 Uhr

Kommentar zum Bundesliga-Neustart: Es knistert wieder zwischen DFL und DFB

Kommentar zum Bundesliga-Neustart: Es knistert wieder zwischen DFL und DFB

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der unkonkrete Austausch zwischen der DFL und dem DFB irritiert, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp. 
Der unkonkrete Austausch zwischen der DFL und dem DFB irritiert, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.  © imago/Montage
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Die DFL hat verkündet, dass die Bundesliga ab dem 16. Mai wieder den Spielbetrieb aufnehmen wird. Doch die mangelnde Absprache mit dem DFB erweckt den Eindruck, dass es zwischen Liga und Verband mal wieder mächtig knirscht. Ein Kommentar von RND-Sportchef Heiko Ostendorp. 

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Nur noch gut eine Woche, dann rollt in Fußball-Deutschland endlich wieder der Ball! Als erstes Land, als erste der fünf europäischen Topligen nimmt die Bundesliga am 16. Mai den Spielbetrieb wieder auf, wie der SPORTBUZZER exklusiv vorab berichtete. DFL-Boss Christian Seifert verkündete diese Entscheidung am Donnerstagnachmittag mächtig stolz. Das entwickelte Konzept könne als Blaupause weltweit und auch sportartenübergreifend dienen. Tatsächlich darf und muss man alle Beteiligten für die schnelle Umsetzung unter extremsten Bedingungen und Berücksichtigung der unterschiedlichsten Aspekte auch einfach mal loben.

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Doch wie so oft waren selbst an einem Tag der guten Nachrichten auch deutliche Misstöne zu vernehmen – und die kamen nicht etwa aus den Medien oder anderen Branchen, sondern aus der direkten „Nachbarschaft“, nämlich von Seiten des DFB. Vize-Präsident Dr. Rainer Koch beklagte sich darüber, wie man denn eine Entscheidung über den Bundesliga-Neustart treffen könne, ohne sich mit dem Verband beispielsweise über die Fortsetzung des Pokalwettbewerbs zu unterhalten. Wie der SPORTBUZZER erfuhr, hatte man sich beim DFB – für den Fall des Bundesliga-Neustarts – auf den 16./17. Juni als Termin für die Halbfinals und den 27. Juni für das Endspiel im Berliner Olympiastadion geeinigt. Rück- oder gar Absprachen zwischen den involvierten Parteien gab es allerdings offenbar keine. Denn am Donnerstag wurde verkündet, dass der letzte Spieltag genau an dem Tag stattfindet, den der DFB für das Pokalfinale auserkoren hatte.

SPORTBUZZER-Schalte zum Bundesliga-Neustart

Mangelnde Absprachen von DFB und DFL verwundern

Dies verwundert und irritiert umso mehr, da bei der aufwendigen Ausarbeitung des Konzepts und der Terminpläne natürlich auch sämtliche Befindlichkeiten der UEFA sowie der FIFA berücksichtigt wurden. Bei allen Themen, die neben der Liga auch den Verband betreffen, kam es zwischen DFL und DFB dagegen augenscheinlich zu keinem konkreten Austausch. Seifert verwies auf sämtliche Nachfragen dazu sichtlich genervt an den Verband.

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Es erweckt den Eindruck, dass es zwischen DFL und DFB mal wieder mächtig knirscht. In der Vergangenheit ging es in vergleichbaren Fällen dabei meist um verletzte Eitelkeiten und Macht. Auch nun könnte es sein, dass einige Protagonisten aus ihrer Sicht etwas wenig Sonne abbekamen, während vor allem Seifert als der Retter und Erlöser des Fußballs gefeiert wird. Unabhängig der Beweggründe bleibt zu hoffen, dass sich alle Beteiligten künftig auf das besinnen, was sie gebetsmühlenartig versprochen haben – nämlich auf Solidarität und Zusammenhalt.