26. März 2020 / 16:48 Uhr

Kommentar zur Bundesliga-Solidarität in der Corona-Krise: Diese Spenden machen Hoffnung

Kommentar zur Bundesliga-Solidarität in der Corona-Krise: Diese Spenden machen Hoffnung

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Millionen für kleinere Vereine, für Corona-Helfer oder die den eigenen Klub - die Bundesliga übt sich in Solidarität.
Millionen für kleinere Vereine, für Corona-Helfer oder die den eigenen Klub - die Bundesliga übt sich in Solidarität. © imago images/Montage
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Nationalspieler spenden Millionen-Summen, die Klubs der Champions League greifen den kleineren Vereinen der 1. und 2. Liga mit viel Geld unter die Arme. Diese gelebte Solidarität war noch vor wenigen Wochen undenkbar. SPORTBUZZER-Sportchef Heiko Ostendorp lobt die Aktionen.

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Es ist noch nicht allzu lange her, da herrschte in und um Deutschlands Fußball-Tempel ein diffuses Bild: Die Ultras gingen monatelang auf die Barrikaden, beleidigten Verbände, Funktionäre, ja teilweise sogar ihre eigenen Spieler. Die Stars waren der Basis entrückt, Friseure wurden eingeflogen, Goldsteaks verspeist – viele Fans hatten die Schnauze gestrichen voll von den verwöhnten Millionären mit ihren Protzkarren und Luxus-Klamotten.

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Ob sich die Einstellung auf der einen wie auf der anderen Seite nach der Corona-Krise tatsächlich ändern wird, weiß aktuell niemand. Schon gar nicht, ob etwaige Lehren aus Fehlern der Vergangenheit auch nachhaltig Wirkung zeigen – dennoch machen die letzten Tage zumindest ein wenig Hoffnung.

Nationalspieler spenden, Profis verzichten auf Gehalt - das verdient Respekt

Die Nationalspieler schlossen sich zusammen und spendeten 2,5 Millionen Euro für den Kampf gegen das Coronavirus. In Gladbach machten die Profis den Anfang und verzichteten auf Teile ihres Gehalts, um den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle den Job zu sichern. Nun zogen andere Klubs nach - von Bremen bis München, von Dortmund bis Berlin erklärten sich Spieler und Vereins-Bosse bereit, auf Kohle zu verzichten, auch um ihren Arbeitgebern zu helfen.

Das ist noch lange kein Grund, die Protagonisten, die sich auch so noch eine Tüte Brötchen leisten können, in den Himmel zu loben – aber es verdient Respekt, denn selbstverständlich sind diese Gesten nicht.

Ohne Solidarität und Zusammenhalt steht der Fußball vor dem Kollaps

Genauso wie die Tatsache, dass sich nun die vier deutschen Champions-League-Teilnehmer FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen solidarisch zeigten und insgesamt 20 Millionen Euro für andere Erst- und Zweitligisten zur Verfügung stellten, bei denen es in den nächsten Wochen möglicherweise schon um die Existenz geht.

Nach den unglaublich unsolidarischen Worten, unter anderem von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, sah es nicht so aus, als würden die reichen Klubs den ärmeren helfen. Das dies nun doch geschehen ist, zeigt, dass die meisten verstanden haben, dass der Fußball ohne Solidarität und Zusammenhalt vor dem Kollaps steht. Jeder braucht den anderen – und das ist auch gut so.