14. März 2019 / 09:57 Uhr

Kommentar: England arbeitet an der Zukunft, Deutschland verwaltet die Gegenwart

Kommentar: England arbeitet an der Zukunft, Deutschland verwaltet die Gegenwart

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt fordert im deutschen Fußball mehr Mut zur Veränderung.
SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt fordert im deutschen Fußball mehr Mut zur Veränderung. © imago
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Der deutsche Fußball befindet sich in der schlimmsten Krise seit Jahren. Das beweisen das kollektive Champions-League-Aus und die jüngsten DFB-Ergebnisse. SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt fordert von den Verantwortlichen mehr Mut zur Veränderung. Joachim Löw kann als Beispiel dienen.

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Wer groß denken will, sollte auch Krisen nicht kleinreden. Darum sage ich es an dieser Stelle einfach mal frei heraus: Der deutsche Fußball liegt knapp fünf Jahre nach dem Gewinn des WM-Titels in Brasilien am Boden. Desolates Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr, Abstieg in der Nations League, nun das kollektive Bundesliga-Aus im Achtelfinale der Champions League. Erstmals seit 2006 verfolgen die deutschen Teams die entscheidende Phase der Königsklasse nur noch vor dem Fernseher. Einzig Eintracht Frankfurt ist nach dem Einzug ins Viertelfinale der Europa League noch im Europapokal vertreten.

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"Es ist ja in Deutschland grundsätzlich so, dass das Bild oft negativ ist", sagte Nationaltorhüter Manuel Neuer nach dem Aus der Bayern gegen Liverpool und bemängelte die hierzulande oftmals kritische Sichtweise. Doch: Die blanken Fakten verbieten jedes Schönreden. Deutschlands Top-Klubs aus München und Dortmund waren gegen die "Reds" und gegen Tottenham Hotspur chancenlos. Und Schalke 04 - nun ja. Die Dominanz der Premier League in dieser Saison ist dabei nicht nur auf die Finanzkraft der Klubs zurückzuführen. Das Argument der zusammengekauften Söldnertruppen zählt nur bedingt. England arbeitet an der Zukunft, Deutschland verwaltet die Gegenwart.

Zumindest Löw verbreitet Aufbruchstimmung

Ein wenig Aufbruchstimmung verbreitet zumindest Joachim Löw. Der Bundestrainer sorgte mit der Ausmusterung des Bayern-Trios Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller für ein Beben mittelschweren Ausmaßes. Über die Art und Weise des Abservierens kann man sicher streiten, doch der Grundsatz der Entscheidung sollte exemplarisch für den Fußball hierzulande stehen: Mut zur Veränderungen muss her. Auch wenn es unbequem ist.

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Der FC Bayern München ist gegen den FC Liverpool aus der Champions League ausgeschieden. Das schreibt die internationale Presse zum Bayern-Aus. ©
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Mit einem Fingerschnippen wird dies jedoch nicht gelingen. Während in England und Frankreich zahlreiche Teenager von sich reden machen und in die Nationalmannschaft drängen, scheint die einst so sprudelnde Talente-Quelle in Deutschland vorerst versiegt. Geduld ist gefragt. Und harte Arbeit. Dass sich dies auch in Zeiten, in denen Geld regiert, noch lohnt, zeigt ein Blick in Richtung der Niederlande und zu Ajax Amsterdam. Auch Oranje war am Boden, kämpft sich langsam aber wieder nach vorn. Ajax, das Real Madrid zuletzt zerlegte, ist das beste Beispiel. In Amsterdam kann man derzeit wieder groß denken.

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