20. März 2021 / 22:50 Uhr

Kommentar zum Chaos beim Ruhrpott-Klub: Dieser FC Schalke 04 ist nur noch zum Schämen

Kommentar zum Chaos beim Ruhrpott-Klub: Dieser FC Schalke 04 ist nur noch zum Schämen

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Schalke 04 liefert derzeit ein Bild des Schreckens – nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz.
Der FC Schalke 04 liefert derzeit ein Bild des Schreckens – nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. © IMAGO/Getty/Montage
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Erst Niederlagen ohne Ende, dann die Absage von Sportvorstands-Kandidat Ralf Rangnick – und schließlich düpiert Lothar Matthäus Aufsichtsrats-Boss Jens Buchta auch noch live im TV. Was der FC Schalke 04 in seinen vorerst letzten Bundesliga-Spielen auf und neben dem Platz abliefert, ist eine Schande und nur noch zum Schämen, meint SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic.

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Es war ein Bild mit Symbolcharakter. Nach der erneut sang- und klanglosen 0:3-Klatsche gegen Borussia Mönchengladbach am Samstagabend marschierte das Schalke-Maskottchen völlig bedröppelt mit gesenktem Kopf aus dem Innenbereich der Schalke-Arena. Selbst "Erwin" konnte nicht glauben, was er da gesehen hatte: Eine erneut völlig seelen- und mutlose Vorstellung des einst so großen S04. Chancenlos ergibt sich der Ruhrpott-Klub Woche für Woche seinem Schicksal. Die Mannschaft ist die schlechteste seit 117 Jahren. Kein Aufbäumen, kein Kampf, keine Einstellung. So steigt der Traditionsklub auch direkt aus der 2. Liga ab. Dem Verein Schalke 04 fehlt es aktuell an allem - auf und neben dem Platz.

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Denn die Lethargie und Mutlosigkeit der Spieler scheint sich mittlerweile auch auf die führenden Personen des einst so stolzen Malocher-Klubs übertragen zu haben. Wie kann es denn bitte sein, dass man einem anerkannten Experten, einem gewieften Manager wie Ralf Rangnick nicht SOFORT den roten Teppich ausrollt, wenn dieser auch nur den geringsten Schritt auf Schalke zugeht, um dort Sportchef werden zu wollen? Nein, der Aufsichtsrat fühlte sich Berichten zufolge von der Gruppe, die Rangnick installieren wollte, zunächst hintergangen - auch wenn Aufsichtsrats-Boss Jens Buchta dies am Samstagabend dementierte. Dabei hat Rangnick genau das, was Schalke aktuell fehlt: Führungsqualität und Weitblick.

Nicht umsonst steht RB Leipzig, das Rangnick jahrelang als Sportdirektor betreute, so konstant an der Spitze. Klar, das Geld von Red Bull hilft auch. Doch es war der 62-Jährige, der diese Mannschaft mit Transfergeschick und dem Auge für junge, talentierte Spieler erst zu dem formte, was sie heute ist: ein echter Bayern-Jäger.

Schalke wird am Samstagabend zweimal düpiert: Von Gladbach und von Matthäus

Und was macht Schalke 04? Verpflichtet mit einem Interims-Sportvorstand an der Spitze während der Verhandlungen mit der Rangnick-Gruppe Danny Latza von Mainz 05 für die kommende Saison. Einen 32-Jährigen, der so gar nicht in die Junge-Spieler-Philosophie Rangnicks passen würde. Darüber, dass dies dem Sportvorstands-Kandidaten nicht unbedingt zugesagt haben dürfte, kann nur spekuliert werden - Unverständnis wäre jedoch angebracht. Und die am Samstag verbreitete Absage Rangnicks an S04 aus dem Nichts würde damit Sinn ergeben.

Und schließlich wurde Schalke an diesem Samstag noch zweimal düpiert - einmal sportlich von Gladbach, und einmal von Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler in seiner Funktion als Sky-Experte präsentierte seine Infos, dass trotz Bekundungen von Buchta, der eine Stunde zuvor ein weiteres Gespräch mit Rangnick für Montag ankündigte, die Absage der Manager-Ikone definitiv sei - und das Gespräch gar nicht erst stattfindet. Schalke ist wirklich nur noch zum Schämen.