11. Februar 2021 / 14:07 Uhr

Kommentar: Streich verlängert beim SC Freiburg - Ein Klub zeigt, dass sich Kontinuität auszahlt

Kommentar: Streich verlängert beim SC Freiburg - Ein Klub zeigt, dass sich Kontinuität auszahlt

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Weg des SC Freiburg ist beeindruckend: SPORTBUZZER-Redakteur Tobias Manzke über die Vertragsverlängerung von Christian Streich.
Der Weg des SC Freiburg ist beeindruckend: SPORTBUZZER-Redakteur Tobias Manzke über die Vertragsverlängerung von Christian Streich. © foto2press/imago images, Montage
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Der SC Freiburg hat den Vertrag mit Trainer Christian Streich verlängert, der seit 2011 Cheftrainer im Breisgau ist. Der Klub setzt weiter auf Kontinuität und geht damit einen anderen Weg als viele andere Klubs in der Bundesliga, meint SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke.

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Der SC Freiburg ohne Christian Streich - kaum vorstellbar. Seit 2011 ist der 55-Jährige Chefcoach im Breisgau und damit das Gesicht des Vereins. Die Vertragsverlängerung für den dienstältesten Trainer der Bundesliga ist somit keine Überraschung. Trotz der zuletzt aufkommenden Gerüchte um ein Engagement ab der kommenden Saison bei Borussia Dortmund oder in Mönchengladbach. Überraschend angenehm ist der Weg, den der SC Freiburg seit Jahren mit Streich beschreitet. Während bei vielen anderen Klubs in brenzligen Situationen oder Negativläufen die Gerüchteküche über die Neubesetzung an der Seitenlinie brodelt, bleiben die Badener ihrer Linie treu, nicht in Panik zu verfallen und Trainer wie Unterhosen zu wechseln.

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Das ist in Freiburg nicht erst seit Streich der Fall. Der Klub hatte in den vergangenen 30 Jahren inklusive dem aktuellen nur vier verschiedene Cheftrainer. Zum Vergleich: Bei Hertha BSC waren es im gleichen Zeitraum 26. Heißt: In Freiburg wird nicht nur von Kontiuität gesprochen, sie wird erfolgreich gelebt. Von diesem Weg lassen sich die Breisgauer auch durch Rückschläge nicht abbringen. Streich stieg in seiner Ära als Cheftrainer in der Saison 2014/2015 sogar aus der Bundesliga ab. Er durfte das Unternehmen Wiederaufstieg jedoch ganz branchenunüblich selbst in die Hand nehmen und schaffte umgehend die Rückker in die 1. Liga. Sie wissen einfach, was sie an ihm haben beim Sport-Club: Immerhin führte Streich den kleinen SC sogar schon zwei Mal in die Europa League.

Freiburg und Streich - eine Trennung ist nicht in Sicht

Im unbeständigen Fußball-Business setzt der Klub aus dem Breisgau auf Beständigkeit - mit einkalkuliertem Risiko: Der SC hat schließlich alles auf Streich ausgerichtet, sich ihm komplett verschrieben. Sollte es dennoch irgendwann zur Trennung kommen, ist das nicht ungefährlich für den Verein. Doch die Gerüchte der vergangenen Wochen sind nun vom Tisch. Streich bleibt. Wieder mal ein Achtungserfolg für die Freiburger und der Beweis, dass es auch anders geht im hektischen Fußballgeschäft. Abnutzungserscheinungen sind nicht zu erkennen, der Trainer erreicht sein Team nach all den Jahren immer noch - unter schwierigen Voraussetzungen. Denn jede Saison muss er eine neue Mannschaft aus dem Hut zauben, weil Leistungsträger den Verein verlassen, wie im vergangenen Sommer Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon) und Robin Koch (Leeds United). Das schafft er auf beeindruckende Weise.

Der Erfolg gibt ihm recht. Aktuell hat der SC in der Tabelle auf Platz acht nur zwei Punkte weniger als Borussia Dortmund. Der BVB hat in dieser Saison mit Lucien Favre allerdings schon einen Trainer gefeuert. Das ist in Freiburg kaum vorstellbar. Streich und der Sport-Club - das ist nicht nur eine in der Bundesliga einzigartige Liaison. Das passt einfach.