13. April 2022 / 08:29 Uhr

Kommentar zum CL-Scheitern: Nagelsmann, Mannschaft, Bosse – FC Bayern muss alles hinterfragen

Kommentar zum CL-Scheitern: Nagelsmann, Mannschaft, Bosse – FC Bayern muss alles hinterfragen

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
RND-Sportchef Heiko Ostendorp sieht beim FC Bayern jetzt Trainer Julian Nagelsmann (links), die Spieler und auch die Führungsriege um Oliver Kahn (rechts) gefordert.
RND-Sportchef Heiko Ostendorp sieht beim FC Bayern jetzt Trainer Julian Nagelsmann (links), die Spieler und auch die Führungsriege um Oliver Kahn (rechts) gefordert. © Getty Images (Montage)
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Der Frust sitzt tief beim FC Bayern. Die Münchner scheitern schon im Viertelfinale der Champions League am FC Villarreal. Der deutsche Rekordmeister muss jetzt alles hinterfragen, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.

Natürlich fehlten am Ende nur ein paar Minütchen. Natürlich machte der FC Villarreal aus der einzigen Chance den Treffer, der zum Halbfinale reichte. Aber unter dem Strich ist der FC Bayern in der Königsklasse am leichtesten Gegner der letzten Acht gescheitert. Und schaut man sich beide Spiele an, muss man festhalten: verdient!

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Für Julian Nagelsmann ist es seine bislang bitterste Niederlage. Der Trainer zeigte sich wortgewaltig im Vorfeld ("Ich muss die Schnalle nur lösen"), mutig bei der Aufstellung - mit Gnabry und Davies auf der Bank. Doch er schaffte es nicht - wie angekündigt - das Feuer so zu entfachen, um den nominell deutlich unterlegenen Gegner zu überrollen.

Die Mannschaft probierte zwar alles, spielte aber insgesamt zu wenige Möglichkeiten gegen ein Team heraus, dem Disziplin, taktische Cleverness und Abgezocktheit reichten, um den haushohen Favoriten in die Knie zu zwingen.

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Und auch die Bosse haben einen nicht geringen Anteil am enttäuschenden Abschneiden. Oliver Kahn, Hasan Salihamidzic und Co. haben es in den vergangenen Wochen nicht geschafft, für Ruhe zu sorgen, den ständigen Diskussionen um angebliche Transfers und auslaufende Verträge ein Ende zu bereiten - und damit zum ungünstigsten Zeitpunkt der Saison einigen Stars ein Alibi gegeben. Ein Machtwort im Uli-Hoeneß-Style hätte sicher geholfen.

Beim Rekordmeister muss nun jeder Stein umgedreht, jede Personalie hinterfragt werden. Der zehnte Meistertitel in Folge ist maximal ein schwacher Trost - und zu wenig für die Ansprüche des neuen Trainers, des teuren Kaders sowie der noch jungen Klubführung. Die Saison 2021/22 ist eine krasse Enttäuschung.