28. Mai 2017 / 08:16 Uhr

Kommentar: Eine Trennung von Tuchel wäre gut

Kommentar: Eine Trennung von Tuchel wäre gut

Robert Hiersemann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Tuchel und Watzke haben keine gemeinsame Zukunft beim BVB, kommentiert Robert Hiersemann. 
Tuchel und Watzke haben keine gemeinsame Zukunft beim BVB, kommentiert Robert Hiersemann.  © imago
Anzeige

SPORTBUZZER-Redakteur Robert Hiesemann sieht aufgrund des zerrütteten Verhältnisses zwischen Trainer Thomas Tuchel und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke keine Chance auf eine weitere Zusammenarbeit

Anzeige

Er ist einer der besten Trainer des Landes, taktisch kann ihm kaum ein anderer Coach etwas vormachen. Im Normalfall darf man nicht einmal darüber nachdenken, einen Top-Mann wie Thomas Tuchel trotz eines laufenden Vertrags gehen zu lassen.

Anzeige

Nur ist die Situation in Dortmund alles andere als normal!

Erst der schreckliche Bombenanschlag auf das BVB-Team vor dem Champions-League-Spiel gegen Monaco, dann die schwer nachvollziehbare Entscheidung, die Partie schon am darauffolgenden Tag nachzuholen, und dann noch das Folgetheater zwischen BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Tuchel.

Und zu guter Letzt, klar, gewinnt Tuchel mit dem BVB durch einen 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt auch den DFB-Pokal.

Doch genau diese Partie könnte das letzte Spiel von Tuchel als BVB-Trainer gewesen sein. Der Graben zwischen ihm und Watzke scheint inzwischen zu groß.

Hier lesen: Auch der Pokalsieg rettet Tuchel wohl nicht

Was man aber nicht vergessen darf: Der Pokalerfolg in diesem so schweren BVB-Jahr ist für Tuchel der Höhepunkt seiner zweijährigen Amtszeit in Dortmund! Nie hatte er in Dortmund mehr Erfolg als jetzt.

Trotzdem. Alles andere als die Beendigung der Zusammenarbeit mit Tuchel, der noch einen gültigen Vertrag bis 2018 besitzt, wäre eine große Überraschung. Und das ist auch gut so! Denn das Verhältnis zwischen Watzke und Tuchel, so heißt es, soll völlig zerrüttet sein.

Und auch seine Beziehung zum Team scheint in den vergangenen Wochen gelitten zu haben. „Pro-Tuchel-Statements“ hörte man von nur sehr wenigen Spielern. Tuchel und die BVB-Spieler eine reine Zweckgemeinschaft?

In der kommenden Woche wird sich Tuchel nun mit Watzke und Sportdirektor Michael Zorc zusammensetzen und Revuee passieren lassen, was in der gemeinsamen Zeit geleistet wurde. Es soll eine endgültige Entscheidung getroffen werden.

Und ein Vollprofi wie Tuchel weiß, wann die Zeit gekommen ist, um zu gehen. Und überhaupt: Einen Titel hat er ja nun endlich mit dem BVB geholt ...