08. Oktober 2020 / 06:25 Uhr

Kommentar zum 3:3-Remis gegen die Türkei: DF-B-Elf ist zu grün

Kommentar zum 3:3-Remis gegen die Türkei: DF-B-Elf ist zu grün

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Nationalmannschaft gab gegen die Türkei immer wieder eine Führung aus der Hand.
Die deutsche Nationalmannschaft gab gegen die Türkei immer wieder eine Führung aus der Hand. © dpa/Montage
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Die Nationalmannschaft kann nicht mehr gewinnen. Auch gegen die Türkei führt die DFB-Auswahl - und geht nicht als Sieger vom Platz. Das B-Team von Bundestrainer Joachim Löw ist schlicht zu grün, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp: Es mangelt an Erfahrung, Siegeswillen und Abgeklärtheit.

Auch im dritten Anlauf hat es nicht gereicht. Trotz dreimaliger Führung verspielte die ersatzgeschwächte DF-B-Elf den sicheren Sieg gegen zweitklassige Türken. Beim 3:3 zeigte sich wie schon bei den Unentschieden gegen Spanien und die Schweiz, woran es der zweiten Garde noch mangelt: An Erfahrung, Siegeswillen und Abgeklärtheit. Deutschland 2020 ist schlicht zu grün.

Auch in der Besetzung vom Mittwochabend sollte die Mannschaft von Joachim Löw eigentlich in der Lage sein, um mit einem Erfolgserlebnis für die anstehenden Pflichtspiele Selbstvertrauen zu tanken - doch daraus wurde wieder nichts. Fehlende Spielpraxis hin oder her. Natürlich war Antonio Rüdiger, Nico Schulz oder Julian Brandt anzumerken, dass sie aktuell bei ihren Vereinen nur wenig oder gar keine Einsatzzeit bekommen. Dennoch darf dies nicht als alleinige Ausrede gelten.

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Immerhin sprach Ersatzkapitän Julian Draxler nach dem Abpfiff Klartext, als er anmerkte, auch Freundschaftsspiele seien dazu da, um sie zu gewinnen. Und Emre Can forderte: "Wir müssen erwachsener werden." Der Dortmunder war übrigens der Einzige, der bei der Geisterkulisse vor 300 Zuschauern zu hören war, der durchgehend Anweisungen gab. Draxler, Brandt und Co. waren dagegen viel zu ruhig - ein weiteres Problem, welches bereits in den vorangegangenen Auftritten auszumachen war. Der Bundestrainer war wohl auch deshalb "enttäuscht und angefressen". Er weiß vermutlich selbst am besten, dass er bei diesem Reifeprozess nur bedingt einwirken kannn. Es benötigt dafür vor allem eines: Zeit.