22. Juli 2022 / 10:32 Uhr

Kommentar zum EM-Sieg über Österreich: Wie die Männer 2014 – Das DFB-Team hat alle Titel-Zutaten

Kommentar zum EM-Sieg über Österreich: Wie die Männer 2014 – Das DFB-Team hat alle Titel-Zutaten

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutschen Frauen erinnern bei der EM an die Männer 2014, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.
Die deutschen Frauen erinnern bei der EM an die Männer 2014, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp. © Getty Images (Montage)
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Mit dem zwischenzeitlich etwas holprigen Sieg gegen Österreich haben die DFB-Frauen bewiesen: Alle Zutaten, die es für einen Titel braucht, sind vorhanden. Mit der starken Defensive, Torjägerin Alexandra Popp und dem leichten Dusel erinnert das Team an die Männer beim WM-Titel 2014, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.

Bei all den – leider noch immer – so zahlreich vorhandenen Unterschieden zwischen Frauen- und Männerfußball, gibt es doch eine Gemeinsamkeit: Noch keiner Nation ist es gelungen, durch eine Endrunde zu rauschen. Jeder Welt- oder Europameister musste irgendwann im Turnierverlauf gegen Widerstände kämpfen, nie lief wirklich alles glatt. So ist es aktuell auch bei den deutschen Damen, die nach dem glücklichen 2:0 gegen Österreich im EM-Halbfinale stehen. Und doch hat das DFB-Team die nötigen Zutaten, die es für den ganz großen Coup braucht.

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Den Titel-Dusel: Gegen den kampfstarken Nachbarn rettete gleich dreimal das Aluminium für die bereits geschlagene Torhüterin Merle Frohms. Beiden deutschen Treffern gingen zudem krasse individuelle Fehler voraus – ähnlich wie beim letzten WM-Titel der Herren im Achtelfinale gegen Algerien (2:1 n.V.) nutzte Deutschland diese Patzer eiskalt aus.

Eine Torjägerin: Alexandra Popp sorgte mit ihrem 2:0 kurz vor dem Abpfiff für die Entscheidung im zweiten EM-Viertelfinale, es war bereits ihr vierter Treffer im vierten Spiel. Die Kapitänin geht mit ihrem unbändigen Einsatz vorweg, ackert für die Mannschaft, ist immer anspielbar, wie 2014 Torjäger Miroslav Klose.

Starke Defensive: Auch wenn es diesmal einiges an Glück benötigte, blieb die deutsche Abwehr gegen Österreich wieder ohne Gegentreffer. Nach den Zu-Null-Erfolgen gegen Dänemark (4:0), Spanien (2:0) und Finnland (3:0) hielt Frohms ihren Kasten erneut sauber, die Verteidigerinnen warfen sich in jeden Ball, gaben keinen Zweikampf verloren – wie einst die legendäre "Ochsenkette" in Brasilien.

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Einen Boss mit Plan: Martina Voss-Tecklenburg hat inzwischen die Erfahrung, die es benötigt, um bei einem solchen Turnier erfolgreich zu sein. Die Bundestrainerin hat aus ihren Fehlern der Vergangenheit gelernt, ist über jeden Zweifel erhaben und hat einen klaren Plan, den ihre Spielerinnen bedingungslos umsetzen. Egal, ob sie von der Bank kommen – genauso war es auch, als sich Joachim Löw vor acht Jahren in Rio den vierten Stern anheften durfte.

Es wäre zu schön, wenn wir am Sonntag in einer Woche über weitere Parallelen zweier erfolgreicher DFB-Teams reden dürften.

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