22. Mai 2022 / 09:50 Uhr

Kommentar zum DFB-Pokalsieg von RB Leipzig: Titelgewinner – aber kein Sieger der Herzen 

Kommentar zum DFB-Pokalsieg von RB Leipzig: Titelgewinner – aber kein Sieger der Herzen 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke blickt auf den Pokal-Sieg von RB Leipzig.
SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke blickt auf den Pokal-Sieg von RB Leipzig. © dpa (Montage)
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Was für ein Pokal-Krimi. Das Endspiel in Berlin ist nicht hochklassig, aber bis zum Ende spannend. RB Leipzig zeigt eine starke sportliche Leistung, ist aber kein Sieger der Herzen, meint SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke nach dem Final-Krimi gegen den SC Freiburg.

Rein sportlich muss man RB Leipzig großen Respekt zollen. Das Team von Trainer Domenico Tedesco gewann mit großem Einsatz das 79. Finale im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg – und das in insgesamt 63. Minuten Unterzahl. Dennoch wirkte der Tabellenvierte der abgelaufenen Saison spritziger und entschlossener. Die vermeintlich besseren Individualisten im RB-Trikot trugen den Rest zum am Ende verdienten ersten Pokalgewinn der Leipziger bei.

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Der Auftritt der Sachsen hatte aber auch einen faden Beigeschmack: Bei zahlreichen Entscheidungen des Schiedsrichters war an der RB-Bank Daueralarm. Ständig gab es Diskussionen entweder mit den Freiburgern oder dem vierten Offiziellen. Das endete darin, dass Tedesco nach dem Schlusspfiff den Breisgauern die Hand geben wollte, diese aber dankend ablehnten, woraufhin der RB-Trainer hämisch Handküsschen verteilte. Nicht die feine Art, wenn man gerade eine Trophäe gewonnen hat.

Sieger der Herzen, trotz der Niederlage, waren die Freiburger. "Christian Streich, du bist der beste Mann", hallte es durch das Olympiastadion, obwohl der Freiburger Coach mit seinem Team gerade die riesige Chance auf den Titel vergeben hatte. Artig gratulierte Streich im Spalier bei der Verleihung jedem RB-Spieler, nahm sogar den ein oder anderen in den Arm. Das muss ihm nicht leichtgefallen, zeigt aber Größe – und das ist das was hängen bleibt. Bei der RB bleibt der Titel hängen, auf den sie nach dem Aus des FC Bayern und Borussia Dortmund auch der große Favorit waren. Für mehr hat es an diesem Abend in der Hauptstadt nicht gereicht.