17. November 2022 / 08:20 Uhr

Kommentar zu DFB-Stürmer Niclas Füllkrug: Darum hat "Lücke" das Zeug zum WM-Helden

Kommentar zu DFB-Stürmer Niclas Füllkrug: Darum hat "Lücke" das Zeug zum WM-Helden

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Niclas Füllkrug könnte bei der WM eine wichtige Rolle einnehmen, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.
Niclas Füllkrug könnte bei der WM eine wichtige Rolle einnehmen, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp. © IMAGO/Ulmer/TeamFoto (Montage)
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Bei der Generalprobe zur WM gegen den Oman erzielte Niclas Füllkrug bei seinem Debüt in der Nationalmannschaft auf Anhieb den Siegtreffer. Doch auch neben dem Platz hinterlässt der 29-Jährige Eindruck, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp – und glaubt an eine wichtige WM-Rolle Füllkrugs.

Wenn die WM-Generalprobe im Oman, beim 75. der FIFA-Weltrangliste, vor dem Gruppenauftakt der deutschen Nationalmannschaft am kommenden Mittwoch gegen Japan dazu dienen sollte, in der Heimat Euphorie zu entfachen, muss man knallhart resümieren: Dieser Plan ging in die Hose. Das schmeichelhafte 1:0 mit einer Mannschaft, die in dieser Besetzung vermutlich nie wieder zusammenspielen wird, offenbarte stattdessen vor allem, woran es dem DFB-Team noch fehlt. Aber es gab auch (wenige) positive Erkenntnisse. Zum einen gewann Deutschland erneut den letzten Test wie immer vor einer Endrunde seit 1978 (1:3 gegen Schweden). Zum anderen hat Hansi Flick endlich, endlich wieder einen echten Stürmer, der dieser Bezeichnung auch gerecht wird: Niclas Füllkrug.

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Im Gegenteil zu den meisten seiner Kollegen platzte der zehnfache Bundesliga-Torschütze von Werder Bremen nach seiner Einwechslung zur Pause vor Selbstvertrauen und rechtfertigte seine Nominierung gleich mit dem ersten Treffer beim DFB-Debüt. Der Bundestrainer fasste es treffend zusammen: "Ich habe den Jungs gesagt, dass sie zeigen sollen, dass sie bereit sind für die WM. Er hat es gezeigt." Mit Blick auf die Startelf gegen Japan sammelte Füllkrug dabei einige Argumente – und zwar nicht nur auf dem Platz.

Denn es gab durchaus schon Profis, die sich für deutlich weniger als für ein entscheidendes Tor nach 45 Minuten im Nationalmannschafts-Trikot deutlich mehr abfeiern ließen. Füllkrug hielt sich dagegen zurück und ordnete seine Rolle realistisch ein: "Ich freue mich, dass ich helfen konnte, dass wir das Spiel gewinnen." Viel mehr sagte er nicht – und das war gut so. Nach seinem ordentlichen Start nun Ansprüche zu stellen, wäre nämlich genau der falsche Weg.

Die Chance für Füllkrug wird bei der WM kommen

Vielmehr sollte "Lücke", der letzte Saison noch in der zweiten Liga kickte, weiterhin dankbar sein, zu den besten 26 Kickern des Landes zu gehören und auf seine Chance bei der Endrunde warten – denn diese wird garantiert kommen. Ob gegen Japan, Spanien – oder vielleicht auch erst im Finale. Beispiele von Spielern, die mit einer einzigen Aktion zu nationalen Legenden avancierten, gibt es genug. Man frage nach bei Andreas Brehme, Oliver Bierhoff oder Mario Götze. Vielleicht heißt der deutsche Held 2022 ja tatsächlich Füllkrug. Zu wünschen wäre es dem sympathischen Knipser allemal.

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