15. März 2020 / 17:08 Uhr

Kommentar: EM und Olympische Spiele nicht vermittelbar – es müssen Konsequenzen her

Kommentar: EM und Olympische Spiele nicht vermittelbar – es müssen Konsequenzen her

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein Festhalten an Zeitplänen wäre zynisch, denkt SPORTBUZZER-Redakteur Sebastian Harfst.
Ein Festhalten an Zeitplänen wäre zynisch, denkt SPORTBUZZER-Redakteur Sebastian Harfst. © imago images/Montage
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Das internationale Sportgeschehen ist durch den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie weitgehend zum Erliegen gekommen. Als Konsequenz daraus ist auch eine Austragung von EM und Olympischen Spielen derzeit nicht vermittelbar, meint der stellvertretende Sportchef Sebastian Harfst.

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Am Dienstag werden sich die Funktionäre der UEFA zu einer Absage oder Verschiebung der Europameisterschaft durchringen müssen. Umso absurder ist es, dass das IOC am Plan festhält, kurz nach dem geplanten Ende der EM die Olympischen Spiele austragen zu wollen. Bei aller Begeisterung für den Sport und seine Glanzlichter: Entsprechende Großveranstaltungen sind aktuell trotz allem ökonomischen Druck nicht vermittelbar.

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Neben der Frage nach den gesundheitlichen Risiken, die Versammlungen von Menschen aus aller Welt mit sich bringen, und der nach den Aspekten der Wettbewerbsverzerrung, sollten sich die Veranstalter eine Frage stellen: Wer hat in dieser Situation überhaupt Lust auf Megaevents? Die Welt befindet sich im Ausnahmezustand, der Zuschauersport rückt ins hinterste Glied. Ein Festhalten an Zeitplänen wäre zynisch, ignorant und bewiese die Hybris vieler Funktionäre.

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Die Spiele der EM 2020 finden in zwölf verschiedenen Städten in Europa statt. Zur Galerie
Die Spiele der EM 2020 finden in zwölf verschiedenen Städten in Europa statt. ©

Wie wenig existenzielle Relevanz der Sport besitzt, merken wir aktuell, wo das Geschehen fast zum Erliegen gekommen ist. Die Konsequenzen daraus müssen jetzt gezogen werden. Umso mehr werden wir den Zuschauersport genießen, wenn es der Welt wieder besser geht.