23. April 2021 / 19:25 Uhr

Kommentar zum Fan-Chaos: Endlich macht Schalke 04 wieder etwas richtig

Kommentar zum Fan-Chaos: Endlich macht Schalke 04 wieder etwas richtig

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Schalke-Bosse machen mit ihrem Angebot zur Freistellung von Profis endlich etwas richtig, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.
Die Schalke-Bosse machen mit ihrem Angebot zur Freistellung von Profis endlich etwas richtig, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp. © Getty Images/IMAGO/Team 2 (Montage)
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Die Spieler des FC Schalke 04 wurden nach dem feststehenden Bundesliga-Abstieg von Fans attackiert, der Verein reagierte mit einem Angebot auf Freistellung der S04-Profis. Dieses ist nach den widerlichen Angriffen traurig, aber verständlich, findet RND-Sportchef Heiko Ostendorp.

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Fehler hat man auf Schalke wahrlich genug gemacht. In den vergangenen Wochen, Monaten, Jahren. Auf dem Platz und daneben. Das Komplettversagen auf nahezu allen Ebenen hat dazu geführt, dass der Klub, der vor zwei Jahren noch Champions League spielte, nächste Saison nach Aue und Sandhausen statt nach Madrid oder Manchester reisen muss. Traurig, aber wahr!

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Noch trauriger waren allerdings die Ereignisse, die sich nach dem feststehenden Abstieg rund um die Arena abspielten. Nach der Rückkehr aus Bielefeld warteten dort mehrere hundert „Fans“, wollten angeblich einen „Austausch“ mit den S04-Profis - und gingen dann mit brutaler Wut auf sie los. Ralf Fährmann & Co. wurden gejagt, einige Spieler und Offizielle körperlich attackiert, geschlagen, getreten, beschimpft, mit Eiern und Böllern beworfen. Autos wurden demoliert, Pyrotechnik gezündet. Unfassbare Szenen!

Sie sollen nie mehr für Schalke auflaufen, sonst könnten noch ganz andere Dinge passieren, wurde gedroht - auch in Richtung ihrer Familien. Wie bereits bei Vorstand Alexander Jobst, der auch aufgrund dessen von seinem Amt zurücktrat.

Natürlich ist es bitter und alarmierend, wenn man aus Angst nach- und den widerwärtigen Chaoten damit irgendwie Recht gibt. Doch Jobst‘ Reaktion ist genauso verständlich wie das Angebot der Schalker Bosse an die betroffenen Spieler, sich für die letzten vier Partien freistellen zu lassen. In Einzelgesprächen soll geklärt werden, wer sich nach den schrecklichen Ereignissen noch in der Lage sieht, mit vernünftiger Einstellung auf den Platz zu gehen und Leistung zu zeigen. Für die kommenden Trainingseinheiten ist erhöhte Polizeibereitschaft angesagt.

Schlimm genug, dies sagen oder schreiben zu müssen - aber ausgerechnet in diesem Fall hat Schalke mit seinem konsequenten Handeln endlich mal wieder etwas richtig gemacht.