16. September 2020 / 07:25 Uhr

Kommentar zur Fan-Rückkehr in die Stadien: Eine große Chance für den Fußball

Kommentar zur Fan-Rückkehr in die Stadien: Eine große Chance für den Fußball

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für SPORTBUZZER-Sportchef Heiko Ostendorp beherbergt die Fan-Rückkehr auch eine große Chance für den Fußball allgemein.
Für SPORTBUZZER-Sportchef Heiko Ostendorp beherbergt die Fan-Rückkehr auch eine große Chance für den Fußball allgemein. © imago images/ULMER Pressebildagentur
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Gleiches Recht für alle: Am Dienstag hat die Politik eine bundeseinheitliche Lösung für die Stadion-Rückkehr der Fans gefunden. Das Fan-Comeback als Experiment: Fans, Klubs und Spieler müssen jetzt Vorbild sein, meint SPORTBUZZER-Sportchef Heiko Ostendorp.

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Ach, was war das schön! Oder einfach nur zu viel des Guten? In den vergangenen Tagen gab es in Deutschland endlich wieder Fußballspiele mit Zuschauern. Rund 10.000 Fans verfolgten beispielsweise den Sieg von Dynamo Dresden über den Hamburger SV im Stadion – Eklat nach Abpfiff inklusive. Gerade mal 300 waren es in Nordrhein-Westfalen, zum Beispiel beim Schützenfest von Borussia Mönchengladbach gegen Oberneuland. Logik klingt anders.

Am Dienstagabend beschlossen die Bundesländer nun eine einheitliche Regelung: Rechtzeitig zum Bundesligastart am kommenden Wochenende sind 20 Prozent der ursprünglichen Stadionkapazität zugelassen, überall – soll heißen, dass beim Topspiel des ersten Bundesliga-Spieltags am Sonnabend (18.30 Uhr, Sky) zwischen Borussia Dortmund und Gladbach über 10.000 Menschen zuschauen dürfen. Welche Fans das sein werden, darüber entscheidet das Los.

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Doch was bedeutet diese Entscheidung nun konkret für die Zuschauer, für die Klubs und vor allem für die Zukunft? Zunächst ist das Ganze lediglich als Experiment zu werten, als ein weiterer Testlauf nach dem – mehr oder minder – erfolgreichen Pokalwochenende. Weiterhin findet jede einzelne Partie nicht nur unter den strengen Hygienemaßnahmen, sondern auch unter besonderer Beobachtung der gesamten Bevölkerung statt – frei nach dem Motto: Ob das wirklich gut geht?

Fakt ist allerdings auch, dass ausgerechnet die so umstrittene und oft kritisierte Fußball-Branche in der Corona-Krise als Vorreiter nicht nur ein schlüssiges Konzept vorgelegt, sondern dieses auch nahezu ohne große Zwischenfälle umgesetzt hat. In der Bundesliga, in der Champions- und Europa League, sowie zuletzt bei den ersten Länderspielen nach fast einem Jahr Pause.

Der Fußball hat seine Fans verdient

Genau aus diesem Grund haben die Klubs und ihre Anhänger es auch verdient, ihre Stadien nun wieder mit einer begrenzten Anzahl an Fans zu füllen – und zwar allesamt unter gleichen Voraussetzungen. Alles andere wäre nicht zu verkaufen gewesen und hätte unweigerlich zu Diskussionen geführt. 20 Prozent der ursprünglichen Kapazität sind für alle normalerweise händelbar, erfordern aber gleichzeitig ein gewisses Maß an Vertrauen und Verantwortung. Dessen sollte sich jeder Einzelne bewusst sein, wenn er seinen Verein ab sofort wieder live unterstützt.

Bereits das letzte Wochenende hat gezeigt, wie wertvoll jeder einzelne Zuschauer im Stadion ist. Wie toll die Stimmung auch nur mit ein paar Hundert Leuten sein kann. Wie sehr die Emotionen hochschwappen, sobald es Reaktionen von den Rängen gibt. Damit bekommt der Fußball erneut eine Chance, sich das zurück zu erarbeiten, was er in den letzten Jahren verspielt hat: Nämlich allen zu zeigen, dass man tatsächlich auch Vorbild für andere sein kann.