11. Februar 2020 / 22:25 Uhr

Kommentar zum neuen Ferrari: Deshalb hängt von diesem Auto die Formel-1-Zukunft von Sebastian Vettel ab

Kommentar zum neuen Ferrari: Deshalb hängt von diesem Auto die Formel-1-Zukunft von Sebastian Vettel ab

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der neue SF1000 wird das Schicksals-Auto von Sebastian Vettel sein, meint SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic.
Der neue SF1000 wird das Schicksals-Auto von Sebastian Vettel sein, meint SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic. © imago images / HochZwei/Syndication/Montage
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Ferrari hat den Anfang gemacht. Drei Tage vor dem großen Konkurrenten Mercedes stellten die Italiener ihr Auto für die Formel-1-Saison 2020 vor. Für Sebastian Vettel, den einzig verbliebenen Deutschen in der Motorsport-Königsklasse, wird es das Schicksals-Auto sein, meint SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic.

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Die neue "Rote Göttin" ist da! Am Dienstagabend hat Ferrari in Reggio Emilia  seinen neuen SF1000 vorgestellt. Ein Prachtstück in Rot, mit dem der italienische Premium-Hersteller zum ersten Mal seit 2007 wieder den Formel-1-Weltmeister stellen will - nein, sogar muss! Zu lange hat sich der einstige Dominator (fünf Titel in Folge Anfang des Jahrtausends) von Mercedes um den sechsfachen und amtierenden Weltmeister Lewis Hamilton düpieren lassen. Jetzt liegt es an Sebastian Vettel, die WM-Vorgabe nach fünf Jahren bei Ferrari endlich umzusetzen. Der einzig verbliebene Deutsche in der Königsklasse des Motorsports muss in dieser Saison abliefern - der neue Ferrari wird sein Schicksals-Auto sein.

Vettel hat Ferrari keinen Grund für eine Vertragsverlängerung gegeben

Denn Vettel fährt in der kommenden Saison nicht nur um den Titel, sondern auch um seine Karriere. Zu schwach waren die Leistungen des Heppenheimers in der vergangenen Saison, als er vom zehn Jahre jüngeren Teamkollegen Charles Leclerc phasenweise vorgeführt wurde und ihm zahlreiche selbstverschuldete Ausfälle unterliefen. Vettel, am Ende WM-Vierter, lieferte seinem Team keinen Grund, seinen zum Ende dieser Saison auslaufenden Vertrag zu verlängern.

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Sebastian Vettel und seine Saison 2019: Er wollte Weltmeister werden und erlebte ein Jahr zum Vergessen. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeichnet das Vettel-Jahr in Bildern nach. Zur Galerie
Sebastian Vettel und seine Saison 2019: Er wollte Weltmeister werden und erlebte ein Jahr zum Vergessen. Der SPORTBUZZER zeichnet das Vettel-Jahr in Bildern nach. ©

Der Druck auf Vettel ist also gigantisch, er steht unter Beobachtung seines Teams und der Ferrari-Fans: Gut möglich sogar, dass ihn im kommenden Jahr ausgerechnet Dauerrivale Lewis Hamilton ersetzt. Gerüchte über weiterführende Gespräche der Ferrari-Verantwortlichen mit dem Briten gibt es schon länger, jüngst wurde von den Italienern ein – natürlich rein freundschaftliches – Treffen sogar bestätigt.

Rauswurf bei Ferrari würde für Vettel das Karriereende bedeuten

Ferrari trägt an der anhaltenden Formkrise Vettels allerdings auch eine Mitschuld. Zum einen, weil es der Rennstall seit Jahren nicht geschafft hat, ein zuverlässiges Sieger-Auto zu bauen – zum anderen, weil es Teamchef Mattea Binotto 2019 verpasst hat, aus dem vierfachen Weltmeister Vettel und Supertalent Leclerc ein Team zu formen und beiden das Gefühl zu geben, gleichrangig behandelt zu werden. Zu oft gerieten die Streithähne 2019 aneinander. Im vorletzten Rennen eskalierte der Zoff mit einer Kollision auf die ganz harte Tour.

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Vettel dürfte alarmiert sein. Ein Rauswurf bei Ferrari würde angesichts des großen Talentepools in der Formel 1 mit Sicherheit das gleichzeitige Karriereende bedeuten. Mercedes wird bei einem Hamilton-Wechsel alles daran setzen, dem bei Renault "zwischengeparkten" Eigengewächs Esteban Ocon ein Cockpit zu verschaffen. Da auch Red Bull streng auf eigene Nachwuchspiloten á la Alexander Albon setzt, käme für Vettel nur ein Wechsel zu einem Hinterbänklerteam in Frage – komplett unrealistisch, dass sich der Deutsche den Schritt in die zweite Reihe antut.

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Vettel muss mit dem neuen Auto Weltmeister werden, um seine Karriere am Laufen zu halten

Deshalb bleibt Vettel nur eine Option: Er muss sich mit seinem Schicksals-Auto schnellstmöglich anfreunden und endlich wieder siegen. Die Fans verzeihen schnell, der Gewinn des langersehnten F1-Titels würde Vettel sofort zur italienischen Legende avancieren lassen, seine Zukunft im Team wäre auf einen Schlag gesichert. Einen amtierenden Champion rauswerfen? Das bringt selbst Ferrari nicht.