18. August 2022 / 13:30 Uhr

Kommentar zum fünften Geburtstag des Videobeweises in der Bundesliga: Früher war alles besser

Kommentar zum fünften Geburtstag des Videobeweises in der Bundesliga: Früher war alles besser

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Bundesliga-Videobeweis wird am Donnerstag fünf Jahre alt.
Der Bundesliga-Videobeweis wird am Donnerstag fünf Jahre alt. © IMAGO/ULMER Pressebildagentur/Revierfoto (Montage)
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Fünf Jahre nach seiner Einführung ist der Videobeweis in der Bundesliga weiterhin umstritten. Spieltag für Spieltag gibt es Diskussionen um die VAR-Technologie. Auch RND-Sportchef Heiko Ostendorp sagt: früher war alles besser! 

Normalerweise ist ein Geburtstag ein Grund zur Freude. Aber auch häufig ein Anlass, um in Erinnerungen zu schwelgen. Wie war es eigentlich damals, vor x oder y Jahren? Das tue ich nun zum fünften Geburtstag des Videobeweises, des VAR, in Deutschland. Und mein persönliches Fazit fällt ziemlich eindeutig aus: früher war alles besser!

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Lange Zeit war ich zwiegespalten. Einerseits wird der Fußball dadurch ja gerechter, die Anzahl der Fehlentscheidungen ist seit der Einführung natürlich gesunken. Andererseits nimmt man dem Spiel viele Emotionen. Inzwischen nervt es mich nur noch.

Ich kann es schlicht nicht mehr ertragen - weder vor dem Fernseher noch im Stadion - wenn der Schiedsrichter mit den Fingern das Rechteck in die Luft malt, sich zum Spielfeldrand begibt und via Knopf im Ohr mit dem Kölner Keller über eine Szene diskutiert, von der man häufig gar nicht weiß, worum es eigentlich ging oder die minutenlang zurücklag. Es führt oft zu Verwirrung, es geht so viel verloren und Diskussionen gibt es natürlich trotzdem.

Mir ist durchaus bewusst, dass es im Profifußball um viel Geld geht, um Meisterschaften und Pokale, um Auf- und Abstiege, um Jobs. Aber es geht eben vor allem auch um Emotionen, um spontane Freude oder Ärger nach einem Tor oder einem Platzverweis. Mitunter dauert es – wie am vergangenen Wochenende zwischen Hertha BSC und Eintracht Frankfurt – über vier Minuten (!), bis eine endgültige Entscheidung feststeht. Kann man danach genauso jubeln oder fluchen? Ich sage: Nein!

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Das letzte Spiel, das ich im Profibereich ohne VAR gesehen habe, war die Zweitrundenpartie im DFB-Pokal von Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern (5:0). Nach jedem Treffer sagte ich zu meinem Sitznachbarn, wie schön es doch ist, wenn man nicht erst zum Schiri oder Linienrichter schauen muss, bevor man die Arme hochreißt. Auch auf den Amateurplätzen genieße ich diesen Luxus.

Normalerweise wünscht man jemandem zum Ehrentag nur das Beste, sagt Sätze wie: "Auf die nächsten fünf." In diesem Fall aber hoffe ich, dass das Geburtstagskind den zehnten Jahrestag nicht mehr erleben wird.

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