24. Januar 2021 / 18:33 Uhr

Kommentar zur Handball-WM: Turnier in Ägypten ist und bleibt ein Tanz auf der Rasierklinge 

Kommentar zur Handball-WM: Turnier in Ägypten ist und bleibt ein Tanz auf der Rasierklinge 

Jens Kürbis
Lübecker Nachrichten
Bisher wurde das Spiel mit dem tödlichen Virus unbeschadet überstanden. Trotzdem herrscht weiterhin ein enorm hohes Risiki, mein SPORTBUZZER-Redakteur Jens Kürbis. 
Bisher wurde das Spiel mit dem tödlichen Virus unbeschadet überstanden. Trotzdem herrscht weiterhin ein enorm hohes Risiki, mein SPORTBUZZER-Redakteur Jens Kürbis.  © Getty Images/Montage
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Die Handball-WM in Ägypten trotz der Corona-Pandemie stattfinden zu lassen, hat für jede Menge Kritik gesorgt. Trotz aller Bemühungen um eine sichere Blase für die Spieler und Verantwortlichen, bleibt das Spiel mit dem Virus ein Tanz auf der Rasierklinge, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Jens Kürbis. 

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WM-Viertelfinale verpasst. Minimalziel verfehlt. Wenn bei der WM in Ägypten um den Titel gespielt wird, sind Deutschlands Handballer in der Zuschauerrolle. Wieder einmal. Es droht das schlechteste Abschneiden seit 1997. Auch wenn nicht viel fehlte: Es ist ein Aus mit Ansage. Neun Ausfälle, gerade auf Schlüsselpositionen, lassen sich mit zwei Wochen Gruppentraining nicht wettmachen. Eines ist viel gravierender: Deutschland, der Welt-Handball, hat das Spiel mit dem tödlichen Coronavirus bisher unbeschadet überstanden. Es war und ist aber ein Tanz auf der Rasierklinge.

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Das Bemühen der Gastgeber um eine sichere Blase, man kann es nicht genug würdigen. Dass sich Bob Hanning in der Bubble sicherer fühlt, als in der Straßenbahn zu Hause, belegt das nur. Doch wenn der DHB-Vizepräsident davon spricht, dass sich das Konzept bewährt, das Ding zu 100 Prozent sicher sei, irrt er. Man muss kein Virologe sein, um festzustellen: Es gab ein Spiel mit vier infizierten Spielern der Kap Verde. Dass sich kein ungarischer, kein deutscher Spieler angesteckt hat, ist ein Glücksfall.

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Eine Blaupause für große Turniere ist diese WM so nicht. Schon gar nicht für Olympia. Eine Erkenntnis hat die umstrittene WM aber gebracht: Um sich in Tokio mit 11.000 Sportlern aus 140 Ländern auf eine Parkbank zu setzen, bedarf es einer aufwändigen Blase, in die alle Beteiligten erst nach einer Vor-Quarantäne oder geimpft eintauchen können. Ob das aber umsetzbar ist, ist fraglich.