03. Februar 2018 / 15:06 Uhr

Kommentar zu Hannover 96: DFL betreibt bei 50+1-Entscheidung reine Augenwischerei

Kommentar zu Hannover 96: DFL betreibt bei 50+1-Entscheidung reine Augenwischerei

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bekommt Martin Kind am Montag Recht oder geht er, wie angekündigt, den Rechtsweg?
Bekommt Martin Kind am Montag Recht oder geht er, wie angekündigt, den Rechtsweg? © imago/Norbert Schmidt
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Am Montag soll es dann endlich doch mal Klarheit geben. Die DFL will die Entscheidung über den Antrag von Hannover 96 Präsident Martin Kind zur Ausnahmeregelung bei der 50+1-Regel bekanntgeben. Madsack Hannover Sportchef Carsten Bergmann sieht zwei mögliche Szenarien - und viel Augenwischerei. Ein Kommentar.

Die einen sehen das Ende des Fußball-Abendlandes kommen. Die anderen wollen sich nicht diktieren lassen, wie sie das Wirtschaftsunternehmen Hannover 96 zu führen haben. Und mittendrin: die Deutsche Fußball-Liga. Dabei ist die grundsätzliche Fragestellung doch so einfach. Erfüllt Martin Kind die von der DFL auferlegten Bedingungen für eine Ausnahmegenehmigung der 50+1-Klausel oder eben nicht? Klingt simpel, funktioniert aber angesichts der Hinterzimmer-Debatten bei der DFL und der fehlenden Transparenz bei 96 nicht.

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​Zwei Szenarien denkbar

Die DFL hat es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, für rechtssichere Klarheit zu sorgen, und so ist es für eine rationale Diskussion längst zu spät. Die Deutsche Fußball-Liga steht unter Druck und plant nach übereinstimmenden, aber nicht offiziellen Meinungen, den Antrag von Martin Kind abzulehnen. Gleichzeitig soll aber wohl eine Hintertür geöffnet werden, damit der 96-Boss doch sein Ziel, über die totale Kontrolle über das Unternehmen Profifußball Hannover 96 zu verfügen, durchsetzen kann. Ein zweites, ebenso denkbares Szenario: Die DFL lehnt Kinds Antrag ab und vertraut auf die ordentlichen Gerichte, die der 96-Besitzer – das hat er stets betont – bemühen wird. Vorteil: Die DFL wahrt vordergründig die Interessen der Fans, vertraut aber darauf, dass die Justiz die Investorenklausel in Zeiten von freien Kapitalmärkten kippen wird.

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