22. Februar 2018 / 19:28 Uhr

Kommentar: Hannover 96 kann, Borussia Mönchengladbach muss

Kommentar: Hannover 96 kann, Borussia Mönchengladbach muss

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Drei der vier Torschützen der Partie gegen Leverkusen: Ihlas Bebou, Julian Korb und Felix Klaus (v.r.n.l.) trafen für die Roten, Iver Fossum war Gratulant. 
Julian Korb (2.v.r.) spielte für Mönchengladbach in der Champions League. © dpa
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Aufsteiger Hannover 96 steht aktuell auf Platz sieben der Bundesliga, der in diesem Jahr sehr wahrscheinlich die Teilnahme an der Europa bedeuten wird. Die Roten haben keinen Druck, Borussia Mönchengladbach hingegen wird am Samstag wohl um die letzte Europa-Chance kämpfen. Verliert Gladbach, dann müsste wohl Dieter Hecking um seinen Job fürchten, meint Sportbuzzer-Redakteur Uwe von Holt.

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Europa ist ein flüchtiges Gut, fragen wir mal Julian Korb, der in der vergangenen Saison der Champions League zweimal gegen einen gewissen Neymar gespielt hat. In einer Einzelkritik zur unglücklichen 1:2-Heimniederlage im ersten Gruppenspiel gegen den FC Barcelona bekam Korb eine Zwei plus: „Macht unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw wohl das Spiel seines Lebens. Ist wiederholt in den Duellen mit Neymar auf Augenhöhe.“ Im Rückspiel blieb Korb wie alle seine Gladbacher Kollegen jedoch deutlich unter Augenhöhe, Gladbach verlor mit 0:4 und verabschiedete sich klanglos aus der Champions League.

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Unvergessene Partien zwischen Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach:

<strong>1988/89:</strong> Am 7. Spieltag der Abstiegssaison 1988/89 verlor Hannover 96 mit 0:2 in Mönchengladbach. Das Spiel an sich kann schnell zu den Akten gelegt werden, doch die beiden Gladbacher Torschützen sind zumindest einer Erwähnung wert, sollten sie doch viele Jahre später auch Station in Hannover machen. Michael Frontzeck (44.) war Co-Trainer und Chefcoach in Hannover, Christian Hochstätter (89.) dort als Manager tätig. Zur Galerie
1988/89: Am 7. Spieltag der Abstiegssaison 1988/89 verlor Hannover 96 mit 0:2 in Mönchengladbach. Das Spiel an sich kann schnell zu den Akten gelegt werden, doch die beiden Gladbacher Torschützen sind zumindest einer Erwähnung wert, sollten sie doch viele Jahre später auch Station in Hannover machen. Michael Frontzeck (44.) war Co-Trainer und Chefcoach in Hannover, Christian Hochstätter (89.) dort als Manager tätig. ©

Inzwischen ist die Borussia, in der Bundesliga einen Punkt und drei Plätze hinter 96, weit von einem Comeback in der Multimillionenliga entfernt und steht vor einem kritischen zweiten Jahr ohne Europa-Einnahmen, Neymar hat die frankophilen Scheichs von Paris St. Germain 222 Millionen Euro gekostet, und der im letzten Sommer nach Hannover gewechselte Korb spielt nicht bei Jogi, sondern in Hannover eine gute Saison.

Auf der rechten 96-Seite ist Korb gesetzt, er machte 21 Spiele in der Liga, kam bisher auf 1796 Einsatzminuten und schoss gegen Leverkusen sogar das wichtige Tor zum 4:4, mit links, seinem schwächeren Fuß.

Das sind die Bilder zum 96-Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach (30. September 2017).

Gewühl im Strafraum: Gladbachs Fabian Johnson (von links), Salif Sané und Philipp Tschauner kämpfen um den Ball. Zur Galerie
Gewühl im Strafraum: Gladbachs Fabian Johnson (von links), Salif Sané und Philipp Tschauner kämpfen um den Ball. ©
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Natürlich will auch Korb wieder nach Europa, er mag die großen Emotionen, und er weiß um die Platz-sieben-Chance dieser Saison. Offiziell denkt Korb aber noch von „Spiel zu Spiel“, wie er im großen Interview vom Donnerstag verriet.

Dabei hat Korb mit dem Aufsteiger 96 überhaupt keinen Druck in dieser Richtung, ganz anders als die besser und teurer besetzten Gladbacher, die am Samstag in Hannover um ihre wohl letzte Europa-Chance kämpfen. Verliert die Borussia, wäre das auch für den Trainer eine andere Situation als für seinen 96-Kollegen André Breitenreiter: Dieter Hecking, der sympathische Bad Nenndorfer, müsste in Mönchengladbach ernsthaft um seinen Job fürchten. Helfen kann ihm 96 allerdings im Moment nicht.