09. November 2019 / 18:59 Uhr

Kommentar: Hannover 96 darf nach der Absage von Alex Frei nicht den Mut verlieren 

Kommentar: Hannover 96 darf nach der Absage von Alex Frei nicht den Mut verlieren 

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Vielleicht gelingt es dem Manager-Lehrling Jan Schlaudraff (rechts) nach der Absage des Kind-Favoriten Alex Frei nun, die eigenen Vorstellungen zu verfolgen – und damit zumindest sein Gesellenstück abzuliefern.
Vielleicht gelingt es dem Manager-Lehrling Jan Schlaudraff (rechts) nach der Absage des Kind-Favoriten Alex Frei nun, die eigenen Vorstellungen zu verfolgen – und damit zumindest sein Gesellenstück abzuliefern. © Montage/Florian Petrow/imago images/Nordphoto/dpa
Anzeige

Martin Kind wünscht sich als neuen Trainer bei Hannover 96 ein frisches Gesicht. Mit Alex Frei wurde der passende Kandidat schon gefunden - doch es folgte die Absage. Nun ist es wichtig, dass die Entscheider ihren Mut nicht verlieren, meint SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt. 

Anzeige
Anzeige

Mut ist angeblich die neue Lieblingsdisziplin von 96, auch wenn das Bekenntnis dazu jetzt ein wenig spät kam vorm 13. Spieltag der 2. Liga und in Sichtweite der Abstiegszone. Martin Kind wünscht sich als neuen Trainer einen unverbrauchten Mann, ein frisches Gesicht, gern etwas jugendlicher als zuletzt. Der Boss hatte sich sogar schon für die passende Lösung entschieden, doch fürs Erste wurde der Mut nicht belohnt: Alex Frei, früher Stürmerstar von Borussia Dortmund und im Moment Nachwuchstrainer beim FC Basel, hat keine Lust auf den Job bei 96. Er sagte Freitag überraschend ab, seine konkrete Begründung behielt er für sich, als sicher kann man trotzdem annehmen: Als erste Cheftrainer-Station war ihm Hannover wohl zu heikel – und nicht sexy genug.

Hannover 96 und die Ära Martin Kind. Ein Rückblick.

In einer dramatischen und turbulenten Mitgliederversammlung am 26. September 1997 im Wülfeler Biergarten übernahm der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind von Utz Claassen (war mit Personenschützer gekommen) das Ruder bei 96 und führte den Verein (bis auf kurze Zeit, in der Götz von Fromberg die Ge­schi­cke von 96 leitete) durch Höhen und Tiefen. Erst in den letzten drei Jahren wurde es wieder richtig turbulent. Zur Galerie
In einer dramatischen und turbulenten Mitgliederversammlung am 26. September 1997 im Wülfeler Biergarten übernahm der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind von Utz Claassen (war mit Personenschützer gekommen) das Ruder bei 96 und führte den Verein (bis auf kurze Zeit, in der Götz von Fromberg die Ge­schi­cke von 96 leitete) durch Höhen und Tiefen. Erst in den letzten drei Jahren wurde es wieder richtig turbulent. ©
Anzeige

Gelingt Schlaudraff sein Gesellenstück?

Viel mehr als den großen Namen hat der Traditionsverein 96 aktuell auch nicht zu bieten – es wird gespart, das Image ist beschädigt, die vorhandene Mannschaft scheint nicht gut genug für den Aufstieg, doch die Erwartungen sind ungebrochen erstklassig. Zurückgeschreckt vor 96 waren vor der Saison ja auch schon zwei ambitionierte Managerkandidaten: Paderborns Markus Krösche ging lieber nach Leipzig, Leverkusens Jonas Boldt zum HSV.

Sportdirektor in Hannover ist jetzt Jan Schlaudraff, der gerade öffentlich versucht, sich von seinem übermächtigen Boss zu emanzipieren. Donnerstag hat Schlaudraff öffentlich benannt, dass am Ende ja doch immer Kind alles entscheide, man ist offenbar noch in der Rollenfindung. Vielleicht gelingt es dem bisherigen Manager-Lehrling nach der Absage des Kind-Favoriten Frei nun, die eigenen Vorstellungen zu verfolgen – und damit zumindest sein Gesellenstück abzuliefern.

Mehr zu Hannover 96

Mit Frische und Jugendlichkeit

Bei der Verpflichtung des neuen Trainers sollte aber auch Schlaudraff den Mut nicht sinken lassen – und zumindest die grundsätzlichen Wünsche des Bosses nach Frische und Jugendlichkeit übernehmen.

Hier #GABFAF-Supporter werden

Wir kämpfen für den Amateurfußball! Trage Dich kostenlos ein und Du bekommst unseren exklusiven Newsletter mit allem, was den Amateurfußball in Deutschland bewegt. Außerdem kannst Du jeden Monat 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein gewinnen und entscheidest mit, wofür #GABFAF sich als nächstes einsetzt.

ANZEIGE: 50% auf dein Jako Herbst-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN