25. August 2019 / 18:57 Uhr

Kommentar: Pfiffe gegen HSV-Profi Jatta, Rassismus in Chemnitz - Zeit, ein Zeichen zu setzen

Kommentar: Pfiffe gegen HSV-Profi Jatta, Rassismus in Chemnitz - Zeit, ein Zeichen zu setzen

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bakery Jatta und der Dauerzoff beim Chemnitzer FC mit teils widerlichem Rassismus. Im deutschen Fußball gibt es immer häufiger Ärger um fremdenfeindliche oder menschenverachtende Ressentiments.
Bakery Jatta und der Dauerzoff beim Chemnitzer FC mit teils widerlichem Rassismus. Im deutschen Fußball gibt es immer häufiger Ärger um fremdenfeindliche oder menschenverachtende Ressentiments. © imago images / Sven Simon / eu-images
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Im deutschen Fußball häufen sich Fälle von Fremdenfeindlichkeit. Für SPORTBUZZER-Fußballchef Heiko Ostendorp steht nach den Pfiffen gegen HSV-Profi Bakery Jatta, den rassistischen und antisemitischen Engleisungen beim Chemniter FC und dem Fall Clemens Tönnies fest: Es ist an der Zeit, ein knallhartes Zeichen zu setzen. 

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Man sollte nicht den üblichen Fehler machen und vorschnelle Behauptungen aufstellen, wie es derzeit landauf, landab gerne getan wird. In diesem Fall wäre es unfair zu behaupten, dass sich alle Pfiffe der Anhänger des Karlsruher SC beim 2:4 gegen den Hamburger SV ausschließlich gegen die Person Bakery Jatta richteten. Einige Fans schreiben in diversen Foren zumindest, der HSV-Spieler sei aufgrund einer Schwalbe nach wenigen Minuten im Verlaufe der Partie ins Kreuzfeuer geraten. Tatsächlich ist diese Diskussion aber auch nur ein Randaspekt.

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Denn es gab von Beginn an deutlich hörbare Pfiffe gegen Jatta, dies bestätigten Kollegen vor Ort. Und nicht umsonst entschuldigte sich auch KSC-Sportchef Oliver Kreuzer nach dem Abpfiff für dieses unsägliche Verhalten einiger Chaoten. Es scheint aktuell wieder in Mode zu kommen, ein Fußballstadion als rechtsfreien Raum zu betrachten und sich unterirdisch zu benehmen, wie es auch schon vor einigen Tagen in schlimmsten Ausmaß in Chemnitz passiert war – oder am Wochenende bei den Beleidigungen gegen Marcus Rashford in Manchester.

Rassismus und Diskriminierung: Es ist eine Schande, was teilweise durch die Kurven wabert

Es ist eine Schande, was derzeit an rechtem Gedankengut, an rassistischen und diskriminierenden Parolen durch die Kurven wabert – ohne dass etwas dagegen unternommen wird. Seit Wochen sind diverse Institutionen im Fall Jatta aktiv, um sein tatsächliches Alter herauszufinden. Das mag korrekt sein, obwohl bisher nur Verdächtigungen im Raum stehen. Im Fall der rassistischen Äußerungen von Schalke-Boss Clemens Tönnies dagegen ist noch gar nichts passiert, obwohl die Fakten glasklar auf der Hand liegen.

Es wäre langsam mal an der Zeit, ein knallhartes Zeichen zu setzen – gegen Rassismus, Homophobie, gegen Diskriminierung, wie es sich alle Klubs und Verbände so gerne auf die Fahne schreiben. Und sollten diese – wie leider zu vermuten – nicht aus dem Quark kommen, hätte auch die Mannschaft des HSV die Gelegenheit dazu. Sollten sich Szenen wie die im Wildpark wiederholen, sollten die Spieler einfach den Platz verlassen. Sofort. Unabhängig von Spielstand oder Spielminute. Denn nur solche Aktionen sind am Ende konsequent und schaffen die Aufmerksamkeit, die für offenbar benötigt wird.

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Der HSV hat am 4. Spieltag mit 4:2 beim KSC gewonnen. Der SPORTBUZZER präsentiert die Einzelkritik der Hamburger Profis. ©
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