13. August 2019 / 12:49 Uhr

Kommentar: Der Transfer von Ivan Perisic wäre dem FC Bayern früher nicht passiert

Kommentar: Der Transfer von Ivan Perisic wäre dem FC Bayern früher nicht passiert

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Transfer von Ivan Perisic ist für SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt ein klares Indiz dafür, dass der FC Bayern nicht mehr zu Europas Fußball-Hauptstädten gehört.
Der Transfer von Ivan Perisic ist für SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt ein klares Indiz dafür, dass der FC Bayern nicht mehr zu Europas Fußball-Hauptstädten gehört. © Getty
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Der FC Bayern hat sich durch eine Reihe von Transfer-Fehlern in eine schwieriger Situation manövriert. Die Probleme sind hausgemacht und liegen zum Teil schon Jahre zurück. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.

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Eines vorweg: Ivan Perisic hat Qualität. Er wird dem FC Bayern in der momentanen Situation wahrscheinlich sogar weiterhelfen. Dennoch: Früher wäre den Münchnern ein derartiger Not-Transfer wohl nicht passiert. Der Perisic-Deal verdeutlicht schmerzhaft, dass der deutsche Rekordmeister auf Europas Fußball-Landkarte nicht mehr zu den Hauptstädten gehört – und zudem für vergangene Fehler büßen muss. Jahrelang hatten die Bayern Zeit, sich auf den anbahnenden Abschied der Altmeister Franck Ribéry und Arjen Robben vorzubereiten. Befeuert durch die Aussage von Uli Hoeneß („Wenn Sie wüssten…“) glaubte man, sie würden Spektakel in der Bundesliga verbreiten. Nun kommt Perisic. 30 Jahre alt. Auf Leihbasis.

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Natürlich kann man den Münchnern nicht vorwerfen, dass sich ihr großer Wunschspieler Leroy Sané am Kreuzband verletzte. Aber so wirklich schien man in München auf den Fall, dass der Transfer - aus welchen Gründen auch immer – platzt nicht vorbereitet gewesen zu sein. Und: Das zeitweise fast penetrante öffentliche Werben um Sané hat nun zur Folge, dass jede Verpflichtung eines anderen Spielers wie eine B-Lösung wirken muss.

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Bayern zahlt Preis für Fehler der Vergangenheit

Einst gingen sie in München anders vor und sicherten sich frühzeitig vor allem Spieler, die sich in der Bundesliga einen Namen gemacht hatten. So verstärkte man den eigenen Kader und schwächte die Konkurrenz. Ein probates Mittel, das offenbar nicht mehr funktioniert. Und das nicht erst seit gestern. Bayern zahlt jetzt den Preis für die jahrelange Treue zu altgedientem Personal und für das immer wieder praktizierte Zögern im Werben um Stars.

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Vor Ivan Perisic spielten bereits neun Kroaten für den FC Bayern München. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt seine Vorgänger beim deutschen Rekordmeister. Zur Galerie
Vor Ivan Perisic spielten bereits neun Kroaten für den FC Bayern München. Der SPORTBUZZER zeigt seine Vorgänger beim deutschen Rekordmeister. ©
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So hätte man den damaligen Schalker Sané 2016 und den damaligen Wolfsburger Kevin De Bruyne noch ein weiteres Jahr früher haben können. Die hohen Ablösen ließen die Münchner zweifeln, beide Spieler gingen zu Manchester City. In diesem Sommer wechselte Nationalspieler Julian Brandt für den vergleichsweise überschaubaren Preis von 25 Millionen Euro zu Borussia Dortmund. Das Bayern-Interesse am Leipziger Timo Werner wirkt mal kalt, mal heiß und ist offenbar weder Fisch noch Fleisch. Und ob Leverkusens Kai Havertz nach der nächsten Saison wirklich nach München geht – offen.

Für die Champions League reicht der Bayern-Kader nicht

Die Bayern haben immer noch eine gute Mannschaft. Was ihnen aber fehlt, ist nach heutigem Stand ein breiter Kader in der Offensive. Für die Bundesliga mag dies erneut reichen. Will man aber in der Champions League triumphieren, ist es klar zu wenig. Ivan Perisic kann dafür nichts.

Ist Ivan Perisic eine Verstärkung für den FC Bayern? Hier abstimmen!

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