11. März 2021 / 18:05 Uhr

Kommentar zum Löw-Rückzug und den Folgen: Das ist jetzt der größte Trumpf des DFB

Kommentar zum Löw-Rückzug und den Folgen: Das ist jetzt der größte Trumpf des DFB

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Abschied naht: Bundestrainer Joachim Löw steht nach der DFB-Pressekonferenz den TV-Sendern Rede und Antwort.
Der Abschied naht: Bundestrainer Joachim Löw steht nach der DFB-Pressekonferenz den TV-Sendern Rede und Antwort. © IMAGO/Jan Huebner
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Joachim Löw macht den Weg frei - und das vor allem im Sinne einer erfolgreichen EM 2024 im eigenen Land. Denn auch der scheidende Bundestrainer weiß, dass dieses Turnier für den DFB ein wichtiger Pluspunkt auf der Suche nach einem Nachfolger ist.

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Die Augen von Joachim Löw leuchteten, als er über die Europameisterschaft 2024 sprach. Und dass, obwohl er dann selbst gar nicht mehr auf der Bank des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sitzen wird. Er hoffe auf "eine Explosion". Darauf, dass man alle Menschen im eigenen Land mitnehmen und eine Begeisterung lostreten könne – ähnlich wie 2006.

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Löw hat das damals alles schon selbst erlebt, möchte die Heim-EM gerne "aus anderer Perspektive beobachten" und macht den Weg frei für seinen Nachfolger, damit dieser genug Zeit besitzt, das Team vernünftig auf diesen Höhepunkt vorzubereiten.

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Tatsächlich ist die Endrunde in drei Jahren in Deutschland DER große Trumpf des DFB bei der Suche des Löw-Nachfolgers. Die ungeliebte Winter-WM 2022 in Katar darf jetzt schon als Übergangsturnier bewertet werden. Und egal, ob der neue Bundestrainer Jürgen Klopp, Hansi Flick, Ralf Rangnick oder Stefan Kuntz heißen wird – eine neue Euphorie in Schwarz-Rot-Gold zu entfachen, ein zweites (und hoffentlich unbeflecktes) Sommermärchen zu schreiben, mit einer Mannschaft, deren Stars dann auf dem Zenit sein dürften, darauf sollte wirklich jeder ambitionierte Übungsleiter Bock haben.

Löw hat erkannt und gespürt, dass er diese Welle der Begeisterung nicht mehr entfachen könnte und will seinem Nachfolger auf dem Weg dorthin nicht noch wichtige Zeit rauben, bloß um seinen Vertrag zu erfüllen und an seinem Stuhl zu kleben. Und vielleicht ist genau diese uneigennützige Haltung sogar einer der größten Erfolge seiner Amtszeit.