08. März 2021 / 13:01 Uhr

Kommentar zur Liverpool-Krise: Darum wäre eine Entlassung von Klopp ein Riesenfehler

Kommentar zur Liverpool-Krise: Darum wäre eine Entlassung von Klopp ein Riesenfehler

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
RND-Sportchef Heiko Ostendorp blickt auf die Situation von Jürgen Klopp beim FC Liverpool.
RND-Sportchef Heiko Ostendorp blickt auf die Situation von Jürgen Klopp beim FC Liverpool. © Getty Images (Montage)
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Der FC Liverpool steckt in der Premier League weiter in einer Ergebniskrise. Nach sechs Niederlagen in Serie in Anfield gerät Trainer Jürgen Klopp immer mehr in die Kritik. Eine Entlassung wäre aber das falsche Signal, kommentiert RND-Sportchef Heiko Ostendorp.

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Dass Jürgen Klopp eine Legende ist, wird in Liverpool wohl jeder unterschreiben. Der deutsche Trainer küsste den schlafenden Riesen wach und führte ihn nicht nur zum Champions-League-Titel 2019, sondern setzte ein Jahr später noch die erste Meisterschaft seit 30 Jahren obendrauf. Die Fans werden ihm das nie vergessen, vermutlich werden sie "The normal one" auch noch in 20 Jahren die Füße küssen, sobald er britischen Boden betritt – und dennoch ist er nicht mehr unantastbar.

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Das 0:1 gegen Abstiegskandidat FC Fulham am Sonntag war die sechste Heimpleite in Folge. Klopp verzockte sich bei der Aufstellung, indem er mehrere Stars aufgrund des bevorstehenden Rückspiels in der Königsklasse gegen RB Leipzig schonte. Er selbst sprach danach von einer "der schwierigsten Situationen in meiner Trainerkarriere". Der LFC ist in der Liga auf Platz 8 abgestürzt, droht die Teilnahme an der Champions League zu verpassen. Sollte der Klub am Mittwoch auch noch den 2:0-Vorsprung gegen RB verspielen, könnte die Lage an der Anfield Road eskalieren.

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Auf der Insel wird bereits seit Wochen spekuliert, dass Liverpool-Legende Steven Gerrard, der gerade die Glasgow Rangers zur schottischen Meisterschaft führte, zurückkehren und Klopp trotz Vertrag bis 2024 ablösen könnte - doch dessen Entlassung wäre ein Riesenfehler.



Nach wie vor passt er bestens zu und nach Liverpool, hat das Feuer, um den Klub aus dieser Krise zu steuern. Wie so oft nach großen Erfolgen ist aktuell eine gewisse Müdigkeit, eine Sättigung zu spüren. Plötzlich mucken Spieler auf, es gibt Verletzte ohne Ende, der Ball springt gegen den Pfosten statt ins Tor. Auch Klopp, der schon immer ein schlechter Verlierer war, macht womöglich mehr Fehler als sonst, wirkt dünnhäutig. Ähnlich wie bei seinem Ende in Dortmund.

Klopp ein möglicher Löw-Nachfolger

Doch genau da sollten die Verantwortlichen der "Reds" mal nachfragen, bevor sie tatsächlich erwägen, den Abzug zu betätigen. Zwar zog Klopp 2015 selbst die Notbremse, doch die BVB-Bosse versuchten ihn auch nicht davon abzubringen und bezeichnen es bis heute als die größten Fehlentscheidung. In sechs Jahren haben sie seitdem fünf Trainer verschlissen, wurden mit keinem richtig glücklich und trauern noch immer "Jürgen Gott" hinterher.

Einzig die Anhänger der deutschen Nationalmannschaft sollten sich wünschen, dass man Klopp in Liverpool doch auf die Reise schickt, denn dann wäre der Erfolgscoach frei, um die DFB-Elf nach der EM im Sommer zu übernehmen. Einen besseren Nachfolger könnte sich wohl sogar der Bundestrainer persönlich kaum wünschen.

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