19. April 2020 / 17:18 Uhr

Kommentar zum Poker zwischen Manuel Neuer und dem FC Bayern: Bisher gibt es nur Verlierer

Kommentar zum Poker zwischen Manuel Neuer und dem FC Bayern: Bisher gibt es nur Verlierer

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für den stellvertretenden Sportchef Sebastian Harfst hat Manuel Neuer einen gefährlichen Weg eingeschlagen.
Für den stellvertretenden Sportchef Sebastian Harfst hat Manuel Neuer einen gefährlichen Weg eingeschlagen. © dpa
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Mit seinen Aussagen über den Vertragspoker mit dem FC Bayern München hat sich Manuel Neuer keinen Gefallen getan, meint der stellvertretende Sportchef Sebastian Harfst. Den Weg, den Neuer und sein Berater eingeschlagen haben, hält er für brandgefährlich.

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Manuel Neuers Aussagen in einem Interview mit der Bild am Sonntag lassen vor allem einen Schluss zu: Der jahrelange Leistungsträger, die unumstrittene Nummer eins, der Kapitän fühlt sich von seinem Arbeitgeber nicht ausreichend wertgeschätzt. Und er fürchtet um seinen Ruf nach all den Jahren, in denen er für den FC Bayern München seine Knochen hingehalten, riesige Erfolge gefeiert und sich auch nach schweren Verletzungen immer wieder zurückgekämpft hat.

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Das ist menschlich nachvollziehbar. Der Weg, den Neuer und sein Berater dafür eingeschlagen haben, ist jedoch brandgefährlich. Für Neuer selbst und für den FC Bayern. Denn ausgerechnet mitten in der Corona-Krise senden der Klub und sein Kapitän Signale der Uneinigkeit in die gebeutelte Welt hinaus. Als ob die aktuell keine anderen Probleme hätte ...

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Der FC Bayern hat es im Fall Neuer nicht geschafft, die Reihen geschlossen zu halten

Und so besteht für Neuer die Gefahr, dass sich der durchaus legitime Kampf um sein persönliches Image am Ende gegen ihn wenden könnte. Seine Aussagen enthalten erstaunlich viel „ich“ und erstaunlich wenig „wir“. Zur absoluten Unzeit wird öffentlich ein recht ausgeprägtes Ego transportiert, das aufgrund von Neuers Verdiensten durchaus berechtigt ist, aktuell jedoch völlig unzeitgemäß daherkommt.

Der FC Bayern wiederum hat es in der Personalie Neuer nicht geschafft, die eigenen Reihen geschlossen zu halten. So geräuschlos die Vertragsverlängerungen von Cheftrainer Hansi Flick und Spieler Thomas Müller, einer anderen, wie Neuer noch aktiven übergroßen Vereinslegende, nach außen gemanagt wurden, so wenig souverän hat sich der Rekordmeister rund um die Verhandlungen mit seinem Torhüter gezeigt. Die Berichte über angebliche Forderungen des Keepers – egal, ob wahr oder unwahr – müssen Neuer geschmerzt haben.

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Das auch durch den Transfer des Konkurrenten Alexander Nübel vom FC Schalke angeknackste Vertrauensverhältnis zum FC Bayern hat weiter gelitten. Den Schaden haben beide – Neuer und sein Klub.