12. Oktober 2021 / 20:02 Uhr

Kommentar zum Schmidt-Abschied: Ein bitterer Tag für Hertha BSC

Kommentar zum Schmidt-Abschied: Ein bitterer Tag für Hertha BSC

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Abgang von Carsten Schmidt ist für Hertha BSC schmerzhaft. 
Der Abgang von Carsten Schmidt ist für Hertha BSC schmerzhaft.  © IMAGO/Matthias Koch
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Nach nicht einmal einem Jahr gehen Carsten Schmidt und Hertha BSC getrennte Wege. Die Gründe liegen im privaten Bereich des 58-Jährigen, für die Berliner kommt der Abgang zu einem - mal wieder - ungünstigen Zeitpunkt. 

Die Hoffnungen, die mit dem Amtsantritt von Carsten Schmidt bei Hertha BSC verknüpft wurden, waren groß. Vor gut zehn Monaten begann der ehemalige Sky-Geschäftsführer die Mission, aus dem kriselnden Hauptstadtverein eine große Nummer im deutschen Fußball zu machen. Also genau das zu vollbringen, was unter dem Geschäftsführerduo Michael Preetz (Sport) und Ingo Schiller (Finanzen) seit dem Einstieg von Investor Lars Windhorst nicht gelungen war.

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Schmidt wurde zum Vorgesetzten von Preetz und Schiller, knapp zwei Monate später trennte er sich von ersterem, nachdem die sportliche Lage der Mannschaft immer bedrohlicher wurde. Schmidt drehte viele Steine um, startete das Projekt "Goldelse", bei welchem er zunächst die Hertha-Mitarbeiter nach ihrer Stimmung befragen ließ. Er packte zu, schob viele Projekte an. Die Lethargie, die den Verein jahrelang im Griff hatte, wurde sukzessive abgeschüttelt.

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Das war viel Arbeit, die er in nicht einmal einem Jahr geleistet hat. Doch nun ist das Zugpferd in der Berliner Geschäftsführung weg, aus privaten Gründen verlässt er kurz nach seinem 58. Geburtstag die Hertha wieder. Das ist bitter für die Berliner, die sich von seiner Verpflichtung eine Professionalisierung und auch Konstanz versprochen hatten, denn zu Ende ist die Arbeit noch nicht. Zudem war Schmidt einer der großen Fürsprecher vom neuen Geschäftsführer Sport Fredi Bobic, den er im Sommer aus Frankfurt loseiste.

Zur aktuellen sportlichen Misere gesellt sich damit auch ein Führungsvakuum, das vorerst Schmidts Geschäftsführerkollegen Bobic und Schiller füllen sollen. Auf Dauer wird das vermutlich keine Lösung sein, zu vielfältig ist der Aufgabenbereich. Einen geeigneten Ersatz zu finden, der die gestartete Arbeit fortführt, wird eine äußerst schwierige Aufgabe. Deshalb ist der Abschieds Schmidts ein bitterer Tag für Hertha BSC.