29. April 2021 / 14:45 Uhr

Kommentar: Hannover 96 braucht ein Kompetenzteam 

Kommentar: Hannover 96 braucht ein Kompetenzteam 

Jonas Freier
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannover 96 braucht ein Kompetenzteam für künftige Entscheidungen. Boss Martin Kind kann diese Aufgabe nicht allein bewältigen, kommentiert Jonas Freier. 
Hannover 96 braucht ein Kompetenzteam für künftige Entscheidungen. Boss Martin Kind kann diese Aufgabe nicht allein bewältigen, kommentiert Jonas Freier.  © Florian Petrow
Anzeige

Die Entlassung von Kenan Kocak zum Saisonende steht fest. Nun bleibt Zeit, einen neuen Übungsleiter zu suchen. Um in der nächsten Saison eine gute Rolle zu spielen, muss Hannover 96 aber nicht nur einen guten Trainer, sondern auch eine schlagkräftige Mannschaft samt Sportdirektor finden. Dazu braucht es ein Kompetenzteam, meint SPORTBUZZER-Redakteur Jonas Freier. 

Anzeige

Hannover 96 entlässt Kenan Kocak. So viel steht fest. Dass dies erst zum Saisonende geschieht, nennt man wohl Gentlemen’s Agreement. Kocak bekommt einen respektvollen Abschied. So weit, so okay. Aber warum nicht gleich so?

Anzeige

Denn am Ende war es doch ein Rauswurf auf Raten. Nach den Heimpleiten gegen Würzburg und Heidenheim Mitte April hatte 96-Profiboss Martin Kind die „volle Konzentration auf die nächsten Spiele“ angemahnt. Nach dem 3:4 in Bochum bescheinigte Kind der Mannschaft „eine ordentliche Leistung mit viel Kampfgeist“, ohne den Trainer zu erwähnen. Nach dem 3:1 gegen Regensburg teilte 96 mit: Es gehe weiter mit der sportlichen Leitung. Und: „Am Ende der Saison wird es eine umfassende Analyse geben.“ Diese Analyse hat bereits stattgefunden. Mit dem nun beschlossenen Ende für Kocak.

Mehr über Hannover 96

Alternativlose Entscheidung

Klar, Kocak hat das Beste gewollt – es ist aber nichts Gutes dabei rausgekommen. Aus 96 ist zwei Jahre nach dem Bundesliga-Abstieg eine Zweitliga-Durchschnittsmannschaft geworden. Das darf nicht sein. Kocak und Sportchef Gerhard Zuber wussten, dass sie aufsteigen sollen, gingen ein hohes Risiko mit der Runderneuerung ihrer Mannschaft ein – und sind gescheitert. Deshalb ist Kinds Entscheidung wieder mal alternativlos, diesmal aber wirklich.

Immerhin bleibt nun Zeit, unaufgeregt einen neuen Übungsleiter zu suchen – absteigen kann Hannover ja nicht mehr. Und weil 96 immer noch eine Marke ist, wird sich Kind vor Bewerbungen kaum retten können. Um in der nächsten Saison irgendetwas mit dem Aufstieg zu tun zu haben, muss bei 96 aber nicht nur der nächste Schuss (Trainer) sitzen, sondern eine ganze Salve (Sportdirektor, Mannschaft). 96 braucht ein Kompetenzteam, um diese Aufgabe bewältigen zu können. Kind allein kann es nicht sein.