15. Februar 2020 / 16:58 Uhr

96-Meinung: Der Winterschlaf hat ja auch lange genug gedauert

96-Meinung: Der Winterschlaf hat ja auch lange genug gedauert

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Mannschaft um Kapitän Marvin Bakalorz bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans.
Die Mannschaft um Kapitän Marvin Bakalorz bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans. © Florian Petrow
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Der späte Ausgleich von Joel Pohjanpalo ist ein echter Stimmungskiller gewesen. Nur ein Punkt statt deren drei. Und doch: Die positiven Eindrücke beim 1:1 von 96 gegen den HSV haben definitiv überwogen. Wurde aber auch Zeit, findet Hannover-Sportchef Carsten Bergmann.

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Es weht ein bisschen Duft von Bundesliga durch die HDI-Arena. Ausverkauftes Haus, Hamburger SV und endlich eine überzeugende 90-Minuten-Leistung. Dann beginnt die Fünf-Minuten-Nachspielzeit. Hannover 96 erarbeitet sich zwar einen Punkt im HSV-Duell und ein Stück weit den Kredit zurück, den der Klub in der Katastrophen-Hinserie vergurkt hat. Doch der Hamburger Nackenschlag in der 96. Minute lässt die eigentlich so beachtliche Leistung dann doch wie ein Rückschlag anfühlen.

Vier 96-Protagonisten

Doch während die Spieler mit gesenkten Köpfen durch das Rund der Arena schleichen, überwiegen dennoch die positiven Eindrücke. Zu diesem überraschenden 96-Frühlingserwachen gehören vier Protagonisten. Da wäre vorne weg die gesamte Mannschaft, die ihren Winterschlaf kollektiv beendet hat, sich endlich als Einheit versteht und aus der Personal-Not eine kämpferisch überzeugende Tugend macht.

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem Hamburger SV

Hannover 96 gegen den Hamburger SV - da treffen Freunde aufeinander. Zur Galerie
Hannover 96 gegen den Hamburger SV - da treffen Freunde aufeinander. ©

Maina hat den Profifußball vestanden

Eine weitere Hauptrolle spielt das 96-Duo Cedric Teuchert und Linton Maina, die zwei laufemsigen Angreifer. Schon gegen Fürth trifft Malocher Teuchert, gegen Hamburg behauptet sich der flinke Stürmer gegen die bulligen HSV-Innenverteidiger. Maina beweist indes immer mehr, dass er verstanden hat, was Profifußball bedeutet. Körper reinstellen, Mitspieler in Szene setzen, Gegner überlaufen, Körpersprache – der 96-Jungstar entwickelt sich mehr und mehr zu einer stabilen (Leistungs)Größe.

Und schlussendlich wäre das der Trainer. Der Matchplan von Kenan Kocak geht gegen den eigentlich übermächtigen HSV auf. Kocak coacht 96 zum Erfolg mit seiner Defensivvariation mit Kapitän Bakalorz im Zentrum. Eine Art Wiedergeburt des Liberos, nur halt modern ausgelegt.

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Es wächst etwas heran

Natürlich bleiben noch Baustellen und der individuelle Unterschied zu den Hamburger Profis war deutlich erkennbar. Die vier Punkte, dazu der couragierte Auftritt gegen das Topteam – das nimmt vorerst den absoluten Druck aus dem Tabellenkeller und sollte weiter dazu beitragen, eine 96-Mannschaft heranwachsen zu lassen, die öfter in der Lage ist, ihre Fans derart zu begeistern. Der Winterschlaf hat ja auch lange genug gedauert.

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