04. Mai 2020 / 14:34 Uhr

96-Meinung: Quarantäneherberge als Dreifach-Signal an die defensiven Geister

96-Meinung: Quarantäneherberge als Dreifach-Signal an die defensiven Geister

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kenan Kocak und seine Mannschaft freiwillig in der Quarantäneherberge im Courtyard? Das wäre nicht nur aus einem Grund ein wichtiges Signal, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt.
Kenan Kocak und seine Mannschaft freiwillig in der Quarantäneherberge im Courtyard? Das wäre nicht nur aus einem Grund ein wichtiges Signal, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt. © Verwendung weltweit
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Wenn sich die Profivereine für den Rest der Saison freiwillig in die Quarantäneherberge begeben, 96 etwa im Courtyard oder im Kokenhof, senden sie ein wichtiges Signal an die Skeptiker, was einen Bundesliga-Neustart betrifft. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt.

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Praktisch, dass zumindest zwei der 96-Gesellschafter auch über einladende Immobilien verfügen. Gregor Baum gehört das Courtyard am Maschsee, Martin Kind der Kokenhof in Burgwedel – beide Hotels wären groß und komfortabel genug, um in den kommenden Wochen alle Fußballprofis von Hannover 96 mitsamt des nötigen Betreuungspersonals aufzunehmen.

Die gewählte Quarantäneherberge dürfte nur zum Training und eben zu den restlichen neun Zweitligaspielen verlassen werden – damit wäre sichergestellt, dass einzelne Akteure nicht etwa über familiäre Kontakte oder zufällige Begegnungen im Supermarkt das Virus in den Kick-Kosmos einschleppen können, wie das jüngst in Köln und wohl auch in Stuttgart passiert ist.

Bilder vom Training von Hannover 96 (1. Mai)

Marvin Bakalorz sprintet am nicht-leibhaftigen Gegenspieler vorbei. Zur Galerie
Marvin Bakalorz sprintet am nicht-leibhaftigen Gegenspieler vorbei. ©

Dieser Plan, sollten das die anderen Profivereine ähnlich durchziehen, wäre ein zusätzlicher Trumpf im Kampf mit den Kritikern des geplanten Liganeustarts. Das Signal an die defensiven Geister in Politik und Medizin hieße: Seht her, wir gehen sogar freiwillig in den Fußballknast!

Weil wir so erstens als geschlossenes System weder für uns noch für andere eine Gefahr sind. Weil wir damit zweitens unsere armutsbedrohten Klubs und unsere gut bezahlten Jobs retten können. Und weil wir drittens mit Lust und Leidenschaft beim darbenden Fußballvolk Emotionen und Hoffnung wecken wollen.

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Allerdings müssten die Profis da auch konsequent, ohne Ausnahme und heimliche Ausflüge mitmachen – einen Sicherheitsdienst würde 96 kaum in die Hotelflure stellen. Die Spieler müssten sich zwischen den Einsätzen also auf ihren Zimmern für gut sieben Wochen vorstellen, sie wären bei einer aufregenden Weltmeisterschaft – und sich rest- wie selbstlos auf das Erreichen des Endspiels konzentrieren.

Der Höhepunkt dieser Geschichte wäre in diesem Fall für 96 aber nicht ein Finale gegen Brasilien, sondern das letzte Heimspiel gegen Bochum.