12. November 2019 / 20:08 Uhr

96-Meinung: Die Selbsteinschätzung ist so arrogant wie gefährlich

96-Meinung: Die Selbsteinschätzung ist so arrogant wie gefährlich

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Torwart Ron-Robert Zieler zeigt sich an den Kopf.
96-Torwart Ron-Robert Zieler zeigt sich an den Kopf. © imago images
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Einige Spieler von Hannover 96 und der mittlerweile entlassene Trainer Mirko Slomka haben bis zuletzt noch über einen möglichen Aufstieg geredet. Diese Selbstüberschätzung ist gefährlich, meint SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt.

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Das Leben als Absteiger in der 2. Liga geht ja nicht nur auf den Körper, der gegen Sandhausen oder Aue viel intensiver attackiert wird als gegen Bayern und Dortmund, sondern auch auf den Geist. Bis im Kopf eines Absteigers angekommen ist, dass es in der 2. Liga die Punkte nicht schon für die bloße Erwähnung des großen Namens, hübsche Pirouetten im Mittelkreis oder frisurschonendes Wegducken unter Flanken und Eckbällen gibt, können schon mal 13 Spieltage vergehen.

Zieler denkt wohl an Bielefeld

Vielleicht werden es sogar 14 Spieltage bis zu einer Erkenntnis, denn auch nach dem tragischen 0:4 in Heidenheim versicherte der 96-Torhüter Ron-Robert Zieler: „Es kann natürlich noch in alle Richtungen gehen.“ Offenbar denkt der Weltmeister weiterhin an die Spitze, wo Bielefeld schon doppelt so viel Punkte hat wie 96 und auch der Zweite HSV bereits zwölf Punkte mehr. Die Abstiegsrelegation ist nur noch einen Punkt entfernt.

Einzelkritik: So waren die Spieler von Hannover 96 beim 1. FC Heidenheim in Form!

</b>Ron-Robert Zieler:</b> Ihm fliegen die Bälle aus naher Distanz um die Ohren. Verhindern kann er das kaum. Wirft sich in die Otto-Chance, damit stoppt auch die Heidenheimer Chancen-Flut, das hilft am Ende aber nicht. Verhindert, dass es noch schlimmer wird. Note: 4. Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: Ihm fliegen die Bälle aus naher Distanz um die Ohren. Verhindern kann er das kaum. Wirft sich in die Otto-Chance, damit stoppt auch die Heidenheimer Chancen-Flut, das hilft am Ende aber nicht. Verhindert, dass es noch schlimmer wird. Note: 4. ©
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96 steckt im Abstiegskampf

Zieler ist mit dieser Selbstein- und -überschätzung nicht allein in seiner Mannschaft, bis zuletzt haben einige seiner Kollegen und auch der inzwischen gefeuerte Trainer Mirko Slomka auf die Möglichkeit des Aufstiegs hingewiesen. Als müsse 96 nur mal zwei Spiele gewinnen, und dann flutscht es von ganz allein – das ist so arrogant wie gefährlich.

Dabei ist die Realität so traurig und selbst für einen Fußballlaien einfach zu deuten: 96 steckt tief im Abstiegskampf, hat aber keine stabile Mannschaft, die genügend Qualität und Routine in der Bewältigung einer solchen Krise hat.

Mehr über Hannover 96

96 hat einen Sportdirektor, der diese Mannschaft bescheiden zusammengestellt und fragwürdig nachverstärkt hat – ob in voller Verantwortung oder der von Martin Kind, spielt keine Rolle mehr. 96 hat einen Oberboss, der zwar unlängst vergangene Fehler eingestanden, aber offenbar nicht viel daraus gelernt hat. Und 96 hat gerade keinen Trainer – das ist sicher die entscheidende Personalie für die Rettung dieser verkorksten Saison.

Es wäre fahrlässig in dieser Situation, wie ursprünglich geplant einen Branchenfrischling mit sympathischen Ideen zu wählen. Gefragt sind jetzt vor allem Erfahrungen beim Stabilisieren und eine gewisse Nervenstärke. Es gibt durchaus verfügbare Kandidaten, die nicht Peter oder Bruno mit Vornamen heißen, Mainz und Köln haben zum Beispiel gerade zwei auf den Markt gebracht.

Die Stimmen zum Spiel: 1. FC Heidenheim - Hannover 96

96-Interimstrainer <b>Asif Saric</b>: Nach dem 0:1 haben wir uns gut gefangen, hatten ein sehr gutes Positionsspiel, wir hatten fast alles im Griff. Heidenheim hat unsere Flanken sehr gut verteidigt. In der Halbzeit haben wir der Mannschaft Mut zugesprochen, darauf aufzubauen, noch konsequenter im 16er zu sein. Nach den zwei weiteren Gegentoren war es schwer für uns, zurückzukommen. Zur Galerie
96-Interimstrainer Asif Saric: "Nach dem 0:1 haben wir uns gut gefangen, hatten ein sehr gutes Positionsspiel, wir hatten fast alles im Griff. Heidenheim hat unsere Flanken sehr gut verteidigt. In der Halbzeit haben wir der Mannschaft Mut zugesprochen, darauf aufzubauen, noch konsequenter im 16er zu sein. Nach den zwei weiteren Gegentoren war es schwer für uns, zurückzukommen." ©
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